Ermittler haben nach Rathaus-Überfall 68 Personen im Fokus

Rechtsradikale haben versucht, die Wahlparty im Dortmunder Rathaus zu stürmen.
Rechtsradikale haben versucht, die Wahlparty im Dortmunder Rathaus zu stürmen.
Foto: Dieter Menne
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach den Rathaus-Krawallen am Kommunalwahl-Abend in Dortmund momentan gegen 68 namentlich bekannte Personen — 22 aus der Neonazi-Szene, 46 aus dem linken und bürgerlichen Lager. Das haben die Auswertungen der Videos aus der Wahlnacht des 25. Mai ergeben.

Dortmund. Die Videos zu den Auseinandersetzungen in der Wahlnacht des 25. Mai vor dem Rathaus sind ausgewertet, doch noch gibt es keine staatsanwaltlichen Entscheidungen über eventuelle Anklagen. Die Ermittlungsakte liege noch nicht vor, so Oberstaatsanwältin Dr. Barbara Vogelsang auf Anfrage dieser Redaktion. Nach aktuellem Stand sind 68 namentlich bekannte Personen von dem Ermittlungsverfahren betroffen. 22 gehören der Neonazi-Szene an, 46 dem linken und bürgerlichen Lager.

Gegen die Neonazis wird wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt. Kurz nach den Ereignissen war immer nur von fünf Tatverdächtigen aus dem Lager der Rechtsextremisten die Rede. Das sei ein „kommunikatives Missverständnis“ gewesen, erläuterte Vogelsang. Das Ermittlungsverfahren habe immer 22 rechte Unterstützer umfasst, doch bei den besagten fünf „waren die Tatvorwürfe greifbarer“.

Ermittlungen wegen Nötigung

Gegen die Beschuldigten aus dem bürgerlichen und linken Lager wird wegen des Tatbestands der Nötigung ermittelt. Wenn die Akte bei der Staatsanwaltschaft liege, werde für jeden einzelnen Fall entschieden, sagte Vogelsang.

Neonazis hatten am Wahlabend am 25. Mai versucht, das Rathaus zu stürmen. Politiker und Rathausbesucher hatten sich dagegen gestellt. Ihnen wird vorgeworfen, durch Lücken in der Polizeikette Angehörige der Rechten attackiert und die Polizei bei ihren Amtshandlungen gestört zu haben.

 
 

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