Envio-Sanierung in Dortmund startet noch vor Weihnachten

Vor Weihnachten soll es auf dem PCB-belasteten Envio-Gelände in Dortmund weitergehen.
Vor Weihnachten soll es auf dem PCB-belasteten Envio-Gelände in Dortmund weitergehen.
Foto: Dieter Menne
Unmittelbar vor Weihnachten beginnen die Vorbereitungen für die weiteren Sanierungsarbeiten auf dem Envio-Gelände im Hafen. Ab Mitte Januar sollen dann in der Regel zwei LKW pro Tag Container mit PCB-belastetem Material aus den Werkshallen zu einer Behandlungsanlage nach Frankreich fahren. Die Arbeiten sind für die Anwohner aber auch mit Sorgen verbunden.

Dortmund.. Nachdem im vergangenen Jahr bereits noch verwertbares Material im Auftrag des Insolvenzverwalters der Envio Recylcing GmbH aus den Hallen im Hafen in Dortmund geräumt worden war, muss nun das restliche Material entsorgt werden. Auftraggeber ist die Bezirksregierung Arnsberg im Zuge einer sogenannten Ersatzvornahme.

Insgesamt 3300 Tonnen zum Teil mit PCB-verseuchtes Material müssen aus vier Hallen des einstigen Envio-Areals an der Kanalstraße geräumt werden. Das berichteten Vertreter der Bezirksregierung, der Stadt Dortmund und der beauftragten Unternehmen am Dienstagabend bei einer Versammlung mit örtlichen Politikern, interessierten Anwohnern und Vertretern von Initiativen.

Und die Betroffenem hatten noch jede Menge Fragen zum Ablauf der Sanierung. Denn die Sorge ist, dass das als krebserregend geltende PCB freigesetzt wird. Die beauftragte Arbeitsgemeinschaft für die Sanierung, bestehend aus den Unternehmen Kluge und Heitkamp, will umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen treffen, um dies zu verhindern.

Arbeiten unter Unterdruck

Dazu gehört, dass die Zugänge zu den Hallen mit luftdichten Schleusen gesichert werden. In den Hallen selbst wird unter Unterdruck gearbeitet und eine Absaugfilteranlage eingesetzt. Nicht zuletzt ist ein Gutachter täglich vor Ort, um die Arbeiten zu überwachen. Dazu finden im Vier-Wochen-Rhythmus Staubniederschlagsmessungen auf dem Gelände statt, erklärte Karsten Schmidt von der Bezirksregierung.

Geht alles gut, soll das PCB-belastete Material bis Ende September nächsten Jahres abtransportiert sein. Im Anschluss muss dann der Blindgänger-Verdacht unter der Halle 55 auf dem Gelände geklärt werden. Wenn er sich bestätigt, müsste der Bombenblindgänger entschärft werden.

Abriss von Hallen

Danach soll dann möglichst nahtlos der letzte Schritt der Sanierung starten, für den die Bezirksregierung in den nächsten Monaten schon die Ausschreibung vorbereitet. Die Arbeiten könnten dann "im Idealfall" im Oktober oder November nächsten Jahres starte, kündigte Joachim Schmied von der Bezirksregierung an.

Zu den letzten Arbeiten gehört der Abriss von Hallen, deren Bausubstanz ebenfalls PCB-belastet ist und die Sanierung der Außenflächen. Wie nötig die ist, zeigt die Tatsache, dass bei Fegestaub-Proben in den vergangenen Monaten an einer Stelle vor der Halle 55 erhöhte PCB-Werte festgestellt wurden. Die marode Asphaltdecke ist dort derzeit mit einem Vlies abgedeckt.

Die Gesamtkosten der Sanierung werden auf rund 7,5 Millionen Euro beziffert, die - nach aktuellem Stand - der Steuerzahler tragen muss.

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