Envio-Prozess könnte ohne Urteil eingestellt werden

Er ist angeklagt: Der ehemalige Envio-Chef.
Er ist angeklagt: Der ehemalige Envio-Chef.
Foto: Menne
Nach über dreijähriger Verhandlungsdauer ist der Envio-Prozess auf der Zielgeraden angekommen. Vielleicht wird es nicht einmal ein Urteil geben. Wie am Mittwoch bekannt wurde, sind hinter den Kulissen intensive Gespräche über eine Einstellung des Strafverfahrens angelaufen.

Dortmund. Im Prozess um den PCB-Skandal rund um die Firma Envio signalisierten Gericht, Verteidigung und auch einige der Nebenkläger, dass sie eine Verfahrensbeendigung ohne Urteil akzeptieren könnten. Nur von der Staatsanwaltschaft kommt bisher ein klares "Nein".

Hintergrund der Gespräche sind eindeutige Signale von Seiten des Dortmunder Landgerichts. Danach ist eine Verurteilung wegen Körperverletzung durch PCB wohl vom Tisch. Das wäre dann auch das Aus für mögliche Schmerzensgeldansprüche der Ex-Envio-Arbeiter.

Einstellung hätte auch für Nebenkläger Vorteile

Giftskandal bei EnvioMöglich - so hieß es am Mittwoch von den Richtern - sei aber noch eine Verurteilung wegen Verstoßes gegen Umweltauflagen. In diesem Fall würden den beiden verbliebenen Angeklagten - Ex-Envio-Chef Dirk N. und dessen früherer Betriebsleiter - möglicherweise keine Bewährungsstrafe drohen.

Für die rund 20 ehemaligen Envio-Arbeiter, die noch als Nebenkläger im Verfahren sind, hätte eine Verfahrenseinstellung einen großen Vorteil: Sie würden von den Angeklagten Geld erhalten - als eine Art symbolische Anerkennung ihrer Ängste und Leiden. Um welche Summen es sich dabei handeln könnte, ist aber noch nicht bekannt.

 
 

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