Entscheidung: Ostwall-Museum wird nicht abgerissen

Das alte Museum Ostwall ist endgültig gerettet. Der Dortmunder Rat wird am Donnerstag die Einrichtung des Baukunstarchivs NRW in dem kulturhistorischen Gebäude beschließen. Eigentlich sollte das Museum - eines der ältesten Gebäude der Stadt - abgerissen werden. Doch dann kam es zum Stimmungswandel in Dortmunds Politik.

DORTMUND. Die Mehrheit im Rat für den Erhalt steht: SPD und Grüne, Linke & Piraten haben genug Stimmen, um das Gebäude zu retten.Die SPD-Fraktion, bislang Wackelkandidat, hat sich nach intensiver Beratung doch einstimmig für den Erhalt des Baus am Ostwall 7 ausgesprochen.

"Wir haben uns die Abstimmung nicht leicht gemacht", erklärte am Dienstag Fraktionschef Norbert Schilff. Nach Abwägung finanzpolitischer und städtebaulicher Aspekte sowie des Image-Schubs durch das Baukunstarchiv wolle die SPD "diese Einrichtung in Dortmund haben und das beliebte Gebäude erhalten."

Rat hatte vor vier Jahren für Abriss gestimmt

Bereits vor vier Jahren hatte es einen Ratsbeschluss gegeben, der den Verkauf des Gebäudes an einen Investor vorsah. In den vergangenen Monaten - nach einem abgeschlossenen Interessensbekundungsverfahren - regte sich dagegen zunehmend Widerstand, wurde die künftige Nutzung des Gebäudes und des dazugehörigen Grundstückes Gegenstand von politischen Beratungen und öffentlichen Diskussionen. Zumal die Berufskammern sich zwischenzeitlich bereit erklärt hatten, die Einrichtung gemeinsam zu betreiben, und vom Land Fördermittel bis zu 90 Prozent zugesagt sind.

Nach bisherigen Schätzungen belaufen sich die Baukosten auf 3,5 Millionen Euro, davon müsste die Stadt mindestens 350 000 Euro tragen.

Andere Parteien geben Abstimmung frei

Das Engagement und der politische Druck der Streiter für den Erhalt des Ostwall-Museums hat sich offensichtlich ausgezahlt:Selbst in der CDU-Fraktion, die sich wie FDP/Bürgerliste und AfD schon auf den Verkauf und Abriss des Gebäudes festgelegt hatte, ist die Abstimmung im Rat nun freigegeben.

Gaby Kolle