Ensemble L'Arpeggiata interpretiert Monteverdi

400 Jahre alte Musik: Christina Pluhar und ihr Ensemble L'Arpeggiata zeigten am Sonntagabend viel Improvisationskunst. Pluhar war in erster Linie als Dirigentin da, spielte aber in drei Sätzen selbst Laute.

Dortmund.. Es ist kaum zu glauben, dass Monteverdi schon vor 370 Jahren gestorben ist, wenn man Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata mit seiner Musik hört. Am Sonntagabend brachte die 48-jährige Königin der Langhalslaute elf Sätze aus einer der "Selva morale e spirituale", einer der drei großen Sammlungen des Frühbarock-Meisters, zum Swingen.

Die Reihenfolge der Auszüge würfelten das Ensemble und die acht vorzüglichen Gesangssolisten auch immer wieder durcheinander. Das ist Improvisationskunst. Christina Pluhar kam diesmal in erster Linie als Dirigentin. Im Sitzen leitete die Österreicherin die Ensembles, und spielte nur in drei Sätzen selbst Laute - leider mit dem Rücken zum Publikum. Das war nicht ganz vorteilhaft. Aber das Lautenduett "Salve Regina" mit Harfe und zwei Männerstimmen war einer der schönsten Sätze dieses anderthalbstündigen, pausenlosen, dichten Abends.

Wunderschöner Klang

Kraft hat Monteverdis Musik, wenn die 14 Mitglieder des vor 13 Jahren gegründeten Instrumental-Ensembles sie auf den historischen Instrumenten spielen, trotzdem klangen die Barockposaunen sehr weich, und die beiden Zinke hatten einen wunderschönen Klang, der ebenfalls runder als der von Trompeten ans Ohr kam.

Kunstvoll vertont sind die geistlichen Madrigale, Motetten und Psalme, und dafür waren die Gesangssolisten koloraturstarke, sehr sichere Interpreten, die die 400 Jahre alte Musik lebendig und ungekünstelt klingen ließen. Das klang nicht so stimmungsvoll wie in einer Kirche, dafür in der guten Akustik des Konzerthauses aber durchsichtiger und klarer.

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