Elfjährige sollen in Dortmund Schottersteine auf Gleise gelegt haben

Zermahlene Schottersteine in den Gleisen. In Dortmund werden zwei Elfjährige verdächtigt, Schotter auf Schienenköpfe gelegt zu haben.
Zermahlene Schottersteine in den Gleisen. In Dortmund werden zwei Elfjährige verdächtigt, Schotter auf Schienenköpfe gelegt zu haben.
Foto: Bundespolizei
Die Polizei fasste drei Elfjährige, die an Bahngleisen in Dortmund spielten. Zwei von ihnen werden verdächtigt, Schottersteine auf die Schienenköpfe gelegt zu haben.

Dortmund.. Die Bundespolizei nahm am Dienstag drei Jungen fest, die an den Bahngleisen unterhalb des Brückenbauwerks der B236 in Dortmund spielten. Die Polizei verdächtigt sie, für zwei Vorfälle am Montag verantwortlich zu sein.

Am Montag legten laut Bundespolizei Unbekannte im Bereich des Bahnhofs Scharnhorst gegen 14.40 Uhr Schottersteine auf die Schienenköpfe. Ein Zug fuhr über den Schotter. Abends gegen 19.30 Uhr überrollte ein anderer Zug erneut Schottersteine, zusammen mit Ziegelsteinen und Ästen. Die Bundespolizei leitete zwei Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein.

Schotter, Ziegelsteine und Äste auf den Gleisen

Am Dienstag dann sahen Bundespolizisten drei Jungen, die unterhalb des Brückenbauwerks der B236 spielten, berichtet die Polizei. Als die Polizisten die drei Elfjährigen mit den Vorfällen vom Vortag konfrontierten, erklärte einer der Jungen, den Schotter, die Ziegelsteine und Äste zusammen mit einem zweiten Jungen des Trios in die Gleise gelegt zu haben.

Die Jungen, die aus Dortmund kommen, wurden in Gewahrsam genommen. Die Beamten klärten sie über die tödlichen Gefahren im Bahnverkehr auf. Nach Angaben der Bundespolizei wurden auch die Erziehungsberechtigten über "das lebensgefährliche Treiben ihrer Schützlinge" informiert.

Wie ein Abenteuerspielplatz

Bundespolizei-Sprecher Volker Stall weiß, dass Bahnanlagen "für Jungs ein Ort ist, der sie magisch anzieht." "Das ist so eine Art Abenteuerspielplatz." Jedes Jahr in der Ferienzeit habe man Probleme mit spielenden Kindern. Daher weist die Bundespolizei noch einmal auf die Gefahren hin.

Besonders beliebt seien:

  • "Mutproben" im Gleisbereich vor heranfahrenden Zügen
  • Auflegen von Steinen und anderen Gegenständen
  • Steinwürfe auf Züge und Signaleinrichtungen
  • Klettern auf Masten und abgestellte Waggons

Die Bundespolizei bittet daher Eltern, ihre Kinder über die Gefahren aufzuklären: Sie sollten darauf achten, wie und wo das Kind seine Freizeit verbringt und welche Folgen das Spielen auf dem Bahngebiet haben kann. Auch rät die Polizei, den Kindern beizubringen, dass sie sich Hilfe holen, wenn andere Menschen in Gefahr sind.

Schon Annäherung an Oberleitung ist lebensgefährlich

Zudem warnt sie davor, dass sich Züge fast lautlos nähern und je nach Windrichtung erst sehr spät wahrgenommen werden können. Beim Klettern auf Masten, Schutzeinrichtungen, Brücken und abgestellten Schienenfahrzeugen entsteht laut Bundespolizei eine lebensgefährliche Nähe zum Oberleitungsnetz der Eisenbahn. Das stehe unter einer Spannung von 15.000 Volt. Es sei nicht nur gefährlich, die Oberleitung mit dem Körper oder mit Gegenständen zu berühren. Schon eine bloße Annäherung kann tödlich enden. (JaK)

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