Elektroautos sollen künftig kostenlos parken

Elektroautos dürfen bald kostenlos innerhalb des Wallrings und in den Stadtbezirken parken - zumindest auf ausgewiesenen Flächen. Um die Elektromobilität in Dortmund zu fördern, will die Verwaltungsspitze mit Beginn nächsten Jahres einige Parkflächen in Sonderparkplätze umwandeln.

Dortmund. Was genau ist ein Elektroauto?

Elektroautos haben statt einer Brennkammer eine Batterie, die Fahrer an einer Strom-Tankstelle auffüllen können. Beim Bremsen zum Beispiel wird Energie zurückgewonnen. Elektroautos gelten als umweltfreundlich und effizient - und sie sind sehr leise.

Wie viele Parkplätze sollen in Dortmund entstehen?

Wie viele einzelne E-Parkplätze es geben soll, konnte Verkehrsdezernent Martin Lürwer am Dienstag noch nicht beziffern. Nur so viel: "Das ist eine überschaubare Zahl." Aber es sind rund 100 Elektroautos in Dortmund gemeldet. Zurzeit ermittle die Verwaltung entsprechende Standorte in der City und den Stadtbezirken. Und erstmal handelt es nur um einen Vorschlag.

Wie sah die Park- und Aufladesituation für Elektroautos bislang aus?

An den aktuell 47 Ladestationen mit 94 Ladebuchsen im öffentlichen Straßennetz haben bislang auch herkömmlich betriebene Autos geparkt. Elektroautos hatten den Vorteil, dort bis zu vier Stunden stehen zu dürfen. Zurzeit gebe es aber keine technischen Einrichtungen, die rechtssicher den Ladevorgang bestätigten oder dem Autofahrer über das Ende des Ladevorgangs informierten, so Martin Lürwer. Deshalb wolle die Verwaltung das Parken an Ladestationen für Elektroautos ganztägig ermöglichen und dort andere Fahrzeuge künftig vom Parken ausschließen.

Wen betrifft die Änderung genau?

Das Elektromobilitätsgesetz von Juni 2015 schafft in Ergänzung zum Straßenverkehrsgesetz die Möglichkeit, die Straßenverkehrsordnung zu novellieren, um Elektroautos zu bevorzugen. Nach dieser aktuellen Regelung werden Elektrofahrzeuge durch ein spezielles Kennzeichen, ein E-Nummernschild ausgewiesen. Für alle Hybrid-Fahrzeuge (mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsmotor), die die Voraussetzungen für ein E-Kennzeichen erfüllen, gelten die neuen Vorteile ebenso.

Wie geht es weiter?

Der Rat muss diesem Verwaltungsvorschlag noch zustimmen. Die Zahl der Elektroautos werde steigen, prophezeite Lürwer. Im Januar um mindestens zwei Fahrzeuge - die beiden Neuzugänge in der Dienstwagenflotte des Verwaltungsvorstands.

Was ist sonst noch geplant?

Auf den beiden Busspuren auf der Benninghofer Straße in Hörde und der Wittbräucker Straße in Aplerbeck, die bereits für Taxis frei gegeben sind, sollen Elektroautos künftig freie Fahrt haben.

Wie entwickelt sich der Elektromobiltrend insgesamt?

Die Bundesregierung hatte ursprünglich damit kalkuliert, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektro-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Inzwischen gehen Experten angesichts der Verkaufszahlen davon aus, dass diese Annahme illusorisch ist.

Gaby Kolle