Eine Task Force für heikle Einsätze

Analytische Task Force der Feuerwehr Dortmund. WR-Foto: Ralf Rottmann
Analytische Task Force der Feuerwehr Dortmund. WR-Foto: Ralf Rottmann
Foto: WR-Ralf Rottmann

Dortmund. Nach dem Anschlag vom 11. September 2001 wurden auch in Deutschland neue Strategien zum Schutz der Bevölkerung entwickelt. Die Katastrophe in Japan hat Vielen noch mal vor Augen geführt, dass Einsätze mit atomarem, chemischem oder biologischem Hintergrund immer drohen können. Immer dann kommt die „Analytische Task Force“ (ATF) zum Einsatz, die auf die Identifikation von unbekannten Stoffen spezialisiert ist.

„Unsere Einheit ist eine von sieben bundesweit“, erklärt Oliver Nestler, Städtischer Branddirektor und Leiter des ATF-Standortes in Dortmund. Man habe nach den verheerenden Anschlägen von New York festgestellt, dass es bei analytischen Ressourcen große Deckungslücken gibt“, so Nestler. Deshalb habe man bundesweit die sieben ATFs aufgestellt, zwei davon in NRW, bei den größten Feuerwehren in Köln und Dortmund. Die Einheiten sind an die Feuerwehren und eine nas LKA Berlin angegliedert.

Am 1. Januar 2010 hat die ATF in Dortmund ihren Probebetrieb mit Berufs- und Freiwilliger Wehr aufgenommen. Zum Jahresbeginn ist die Einheit mit fünf Fahrzeugen und zwölf Mitgliedern regulär in Betrieb gegangen. „In erster Linie haben wir Feuerwehrleute genommen, die im Berufsleben etwas mit Chemie zu tun haben oder hatten“, erklärte Oliver Nestler. Denn die Anforderungen seien sehr hoch,was sich auch in der Ausbildung niederschlägt. „Denn nach uns kommt keiner mehr“, betont Nestler. Auf dem Stufenkonzept der bundesweiten Einsatzmittel stehe man ganz, ganz oben.

Lage klären

Die Frauen und Männer in der ATF müssten die Lage klären, auch unter Einbeziehung eines bundesweiten Expertennetzwerks. Sei es, wenn nicht einzuordnende Messwerte erzielt werden, sei es, wenn bestimmte Stoffe nicht analysiert werden können. Dann kann das Team auf Chemiker, Physiker oder auch auf Fachleute, die sich mit Kampfstoffen auskennen, zurückgreifen.

Aus ganz NRW können die Dortmunder Experten angefordert werden, nehmen dann Proben des unbekannten Stoffes, dokumentieren das alles und analysieren den Stoff. Parallel dazu stehen sie dem Einsatzleitern vor Ort beratend zur Seite, zeigen im die Gefahren auf, die von der analysierten Substanz ausgehen kann. Meist müssten die Mitglieder der ATF unter Zeitdruck arbeiten, müsse alles sehr schnell gehen. „Doch können solche Analysen Stunden, sogar Tage dauern“. Ausgestattet sind die Fahrzeuge mit modernster Technik, mobilen Labors, die vom Bund finanziert und in NRW auch vom Land gefördert werden. Die ersten Einsätze hat es schon in 2010 gegeben.

 
 

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