Ein Riese erwacht zum Leben

Dortmunds größte Baustelle, das ECE Einkaufscenter, auf dem Gelände der ehemaligen Thier-Brauerei. Foto: Franz Luthe
Dortmunds größte Baustelle, das ECE Einkaufscenter, auf dem Gelände der ehemaligen Thier-Brauerei. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. Mit einer Investition von 300 Millionen Euro gehört die Thier-Galerie zu den feudaleren Baumaßnahmen in Dortmund. Allein der Umfang der Baustelle, der der Westenhellweg, der Hohe Wall und die Silberstraße wie eine zu enge Weste anliegen, macht die wirtschaftliche Macht in spe deutlich. 33 000 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen’s werden - aber bis dahin wird noch mancher Kubikmeter Beton vergossen.

Ein bisschen mehr als zwei Monate Zeit bleiben noch, um den Rohbau abzuschließen. Wenn am 4. Oktober der Richtkranz über der Baustelle schwebt, dürfen alle, die an der Thier-Galerie mitarbeiten, den Schalter endlich umlegen: auf Ausbau, auf schön.

Keine einfache Baustelle

Dann kann sich Oberpolier Wolfgang Kohnle langsam auf eine neue Baustelle freuen. „Es ist keine einfache“, meint er, „man muss das Material so bestellen, wie es verbaut wird, weil’s keine Lagerflächen gibt.“ Um den Verkehr ringsum nicht zum Erliegen kommen zu lassen, „kriegt jeder Lkw ein Zeitfenster zum Anliefern“, sagt ECE-Projektleiter Jan Steinhauer.

Elf Meter tief ist die Baugrube, das Gebäude ruht auf Sandstein und auf Lehm. Acht Kräne sind in Bewegung, um die Baustelle mit Material zu versorgen. Holz, Stahl, Beton sind die Zutaten der Ursuppe fast eines jeden Neubaus. 32 000 Kubikmeter Beton sind bereits vergossen, 50 000 könnten es werden.

Angelo Larocca gehört zu der Kolonne, die wöchentlich 350 Tonnen Eisen verflechtet - Mikado mit Stahlstangen zur Armierung, um den Böden Festigkeit zu geben. Apropos Festigkeit: „Als es so warm war, mussten wir die Flächen mit Wasser kühlen, weil Beton nicht über 30 Grad warm verarbeitet werden soll“, sagt Kohnle. Im Sommer + 38, im Winter - 12, dann muss er warmgehalten werden.

Die Bodenplatte des Erdgeschosses ist derzeit ein Stangenwald aus 2500 Stahlstützen. Sie halten über Querträger die Schalbretter, auf denen die Bodenplatte des ersten Obergeschosses zum Aushärten ruht. Vier Geschosse für Verkauf und für Büroflächen sollen es werden, oben drüber thronen drei Geschosse für etwa 730 Autos.

Über den Vermietungsstand sagt der Sprecher des Investors ECE, Christian Stamerjohanns, nichts. „Wir gucken bis zuletzt nach dem besten Mix“, meint er. Es gibt Läden von 30 bis 40 qm Größe bis hin zu Fluchten von 7000 qm.

160 Leute derzeit

160 Leute sind derzeit auf der Baustelle beschäftigt, mit Beginn des Ausbaus werden es 1000, schätzt Stamerjohanns. „Die ersten kommen sechs Monate vor der Eröffnung, die meisten zwei bis drei Monate vorher.“

Die Filialisten kommen mit Konzepten, den kleinen Einzelhändlern biete man Hilfe beim Ausbau an . Verkaufen tut dann jeder alleine.

 

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