Ein Mord aus Rache und eine Straf-Aktion

Foto: WR/Franz Luthe
Mord aus Rache wirft die Staatsanwaltschaft einem 34-Jährigen vor,. Der Mann soll seine Ex-Geliebte erwürgt haben, weil sie sich von ihm trennte. Auch der neue Liebhaber soll Opfer einer Strafaktion geworden sein.

Dortmund. Gekränkte Gefühle, Rache, ein vierköpfiger Schlägertrupp und eine Frauenleiche, die in einem Gebüsch an der Autobahn in Holland gefunden wird: Dieser Mordprozess könnte als Drehbuch gleich mehrerer Tatort-Folgen dienen. Die Realität, sie ist oft gruseliger als jeder TV-Krimi.

Die bildhübsche, lebensfrohe Yasemin (32) musste sterben, so sieht es Staatsanwalt Henner Kruse, weil sie sich einem anderen Mann zugewandt hatte. Ihr sitzengelassener Ex-Liebhaber Adem I. (34) schwor laut Anklage auf Rache. Und nicht nur er. Auch bei jener Frau, die überzeugt war, dass Yasemin ihr den Ehemann ausgespannt hat, soll sich ein unglaublicher Hass zusammen gebraut haben.

Leiche wurde an der Autobahn nahe Venlo entdeckt

Laut Ankage rotteten sich die beiden zusammen, erwürgten Yasemin in der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 2011 in ihrer Wohnung in Lünen. Spaziergänger entdeckten die Leiche Tage später, am 4. Februar 2011 – in einem Gebüsch an der A 67 nahe Venlo.

Auf der Anklagebank muss sich jedoch nur Adem I. verantworten. Seine Komplizin soll in der Türkei untergetaucht sein, das Verfahren gegen sie wurde abgetrennt.

Adam I, der laut Staatsanwaltschaft alle Register gezogen haben soll, es seiner Ex-Geliebten auf grausamste Weise heimzuzahlen, schweigt zu den Vorwürfen. Dass er Yasemin in jener Nacht erwürgt haben soll, ist laut Anklage nur der schreckliche Schlusspunkt einer unglaublichen Bestrafungsaktion – auch gegen den Nebenbuhler.

Ex-Geliebte erst in eine Autowerkstatt verschleppt

Stunden vor Yasemins Tod soll Adem I. die 32-Jährige vor ihrer Wohnung entführt und in eine Autowerkstatt im Dortmunder Süden verschleppt haben. Um sie „zu entehren und als Schlampe darzustellen“, wie es Staatsanwalt Henner Kruse in der Anklage nennt, bot er demnach seine Ex-Freundin zur Vergewaltigung an. Die in der Werkstatt anwesenden Männer gingen nicht darauf ein – auf Yasemin wartete eine schlimmere Strafe...

1000 Euro Kopfgeld für Schlägertrupps

Was den Nebenbuhler betrifft: Ihm soll Adem I. gegen Zahlung von 1000 Euro Kopfgeld einen vierköpfigen Schlägertrupp auf den Hals gehetzt haben. Das Quartett, 20 bis 22 Jahre alt, muss sich zeitgleich zum Mordprozess wegen gefährlicher Körperverletzung vor der Großen Jugendstrafkammer verantworten. Der Nebenbuhler wurde bei der Attacke am Abend des 23. Januar 2011 vor der Haustür seiner Wohnung in Dortmund erheblich verletzt.

Zeugen schwiegen vor Gericht

Drei der Männer kamen am Montag als Zeugen ins Schwurgericht – und verhielten sich so, wie in ihrem eigenen Prozess: sie schwiegen. Was beim nächsten Zeugen anders aussehen dürfte: Am 10. Januar sagt der Nebenbuhler aus. Das Gericht ließ durchblicken, dass dies länger als einen Prozesstag dauern könnte.

 
 

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