Eifersuchtsdrama in Dortmund eskaliert - Schüler verletzt

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Vor einer Schule eskaliert ein Beziehungsstreit: Eine Gruppe albanischer Jugendlicher attackiert Schüler mit Eisenstangen und anderen Waffen.

Dortmund. Ein Eifersuchtsdrama ist offenbar der Hintergrund für den brutalen Angriff, den acht albanische Jugendliche am Freitag vor einer Hauptschule im Dortmunder Stadtteil Hörde unternommen haben. Sie hatten mittags gegen 13.20 Uhr auf eine Schülergruppe mit Messern, Ketten, Stöcken und Eisenstangen eingeschlagen und einen Schüler schwer verletzt. Der 15-Jährige war gezielt von einer Stange am Kopf getroffen worden.

Verletzt wurde auch ein Polizist einer zufällig vorbeifahrenden Streife, die angehalten hatte, um die Angreifer zu stoppen. Den „Ansturm“ aufzuhalten sei nur gegen „erhebliche Widerstandshandlungen“ machbar gewesen, heißt es im Bericht der Dortmunder Polizei in ungewohnt drastischer Beschreibung . Drei Tatverdächtige – zwei 16- und ein 15-Jähriger – wurden festgenommen. Sind inzwischen aufgrund der jugendrechtlichen Vorschriften in Freiheit.

Opfer hatte sich schützend vor Fünftklässler gestellt

Das 15-jährige Opfer des Stangen-Angriffs, das nicht in Lebensgefahr schwebt, ist Schüler des naheliegenden Goethe-Gymnasiums und war nach Berichten in die eigentliche Ursache der gewalttätigen Auseinandersetzung gar nicht verwickelt. Im Zentrum des Konflikts stand ein junges Mädchen das den Freund gewechselt hatte. Der Verletzte wiederum war auf dem Heimweg und wollte sich nur schützend vor einen Fünftklässler werfen.

In nordrhein-westfälischen Polizeikreisen wird der Vorfall als sehr ernst bezeichnet. Gewalt unter Jugendlichen komme vor, heißt es. Aber der geplante und gezielte Einsatz mit einer Eisenstange sei „eine andere Qualität“.

Schulzentrum steht unter Polizeischutz

In der Schüler- und Elternschaft der beiden betroffenen Schulen herrschen derzeit Angst und Unsicherheit. Das Schulzentrum steht seit dem Vorfall unter Polizeischutz. Streifenwagen patrouillieren in der Nachbarschaft, um einen neuen Gewaltausbruch im Ansatz zu verhindern. Die Leiter der betroffenen Schulen haben sich an ihre Schüler und Eltern gerichtet. Der Rektor der Hauptschule hat die Aufsicht verdoppelt. Gestern war der schulpsychologische Dienst vor Ort. Noch in dieser Woche soll es eine Elternversammlung geben.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, Arnold Plickert, sagte unserer Redaktion: „Die Polizei hat schnell gehandelt und die Auseinandersetzung beendet. In solchen Fällen ist eine klare und schnelle Sanktionierung nach dem Jugendstrafrecht die richtige Antwort“.

Plickert ist überdies dafür, nach einem Kölner Vorbild Zentren einzurichten, in denen sich Polizei, Kommunen und Jugendschutzeinrichtungen ständig über die Lage austauschen, um Schulschwänzer und potenzielle Gewalttäter frühzeitig zu identifizieren.

 
 

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