Ehrungen für die freie Szene

Die Petra-Meurer-Theatertage holen alles auf die Bühne, was die Szene rund um das freie Theater und Performance zu bieten hat. Am Samstagabend war die Preisverleihung - und ausgesprochene Einigkeit herrschte in diesem Jahr bei der Vergabe des Hauptpreises.

Dortmund. In Gedenken an die im Alter von 41 Jahren verstorbene Professorin für Kulturwissenschaften, verleiht das Institut für Deutsche Sprache und Literatur der TU seit einigen Jahren den Petra-Meurer-Preis. Mit den Petra-Meurer-Theatertagen kam im vergangenen Jahr ein weiterer Baustein zu dem "Mini-Festival" hinzu.

Alles, was die Szene rund um freies Theater und Performance zu bieten hat, wird dann auf die Bühne geholt. Die Theatertage bildeten im Depot jetzt den Auftakt, am Samstag folgte die Verleihung des Preises. "Jetzt ist das Ganze endlich eine runde Sache geworden", freut sich Organisator Rainer Holl.

Blumenkübel und Computersounds

Am Freitag brachte die Band Teatro Monumental mit Blumenkübeln und Besteck eine Mischung aus Computersounds und Psychedelic Rock auf die Bühne, Fräulein Nina erinnerte mit ihren Melodien an den Stil von Wir sind Helden, die Junge Tanzwerkstatt des Depots beeindruckte mit Hip-Hop, und Poetry-Slammer Sebastian 23 sorgte mit kritischen Texten und amüsanten Wortspielen für das Highlight des Abends.

Mit der Verleihung des Petra-Meurer-Preises ging das Festival am Samstag dann in die zweite Runde. Die Künstler präsentierten jeweils Ausschnitte aus ihren Inszenierungen, für die sie von der 9-köpfigen Jury entweder den dritten, zweiten oder ersten Preis erhalten hatten. Erstmals wurde der Preis an Künstler aus dem gesamten Ruhrgebiet verliehen. "Wir hatten so viele Einsendungen, dass wir uns für insgesamt sechs Preisträger entschieden haben", erklärt Rainer Holl.
Die "One-Woman"-Show Lena Tempich aus Bochum, die Performancegruppe "Doris Day" und die "Tonbänder des Ignatz Euling" belegten den dritten Platz, der als Förderpreis ausgeschrieben und mit jeweils 300 Euro dotiert ist. Das Senioreneinsatzkommando Konsoltheater Gelsenkirchen und "Zuckerlutsch" aus Dortmund durften sich über den zweiten Platz und 500 Euro Preisgeld freuen.

Hauptpreis geht an "Gefriergetrocknet"

"Ausgesprochen einig" sei sich die Jury beim der Verleihung des Hauptpreises gewesen, erinnert sich Holl. Dieser, inklusive 1000 Euro, ging an das Projekt Gefriergetrocknet. In ihrem Stück thematisieren die Folkwangabsolventinnen Sindy Tscherrig und Lisa Balzer mit ausdrucksstarkem physischem Theater das Loslassen, Kämpfen und Erinnern zweier Schwestern nach dem Tod ihrer Mutter.

Apropos "runde Sache": "Die diesjährigen Preisträger sind nun wiederum zu den nächsten Theatertagen eingeladen", versichert Holl. Gefördert wird das Ganze von der DEW21.

Hanna Voß