Ehemalige HSP-Mitarbeiter hoffen auf Investor

Die Firma Hoesch Spundwand und Profil (HSP) wurde Ende 2015 geschlossen. Doch seit Wochen spricht Thyssen Krupp Real Estate als Eigentümer der ehemaligen HSP-Fläche mit Interessenten. Und es gibt Gerüchte, wonach Investoren den Betrieb wieder aufnehmen wollen - wir haben nachgehakt.

Dortmund. Die Salzgitter AG hat ihre Tochterfirma Hoesch Spundwand und Profil (HSP) Ende 2015 geschlossen. Aber Gerüchte, dass der Betrieb wieder aufgenommen werden könnte, kursieren seit Kurzem unter den ehemaligen Mitarbeitern. Via Facebook und Whatsapp verbreitete sich die Information, dass sich am Donnerstag ab 10 Uhr "der Investor" auf dem Gelände umsehen wolle. Darum standen am Donnerstag rund 100 Menschen vor den Toren der Firma.

Interessent war vor Ort

Fakt ist: Thyssen Krupp Real Estate verhandelt mit einem Interessenten für das Gelände. Fakt ist auch: Besagter Interessent war am Donnerstag tatsächlich vor Ort. Das bestätigte auf Anfrage Thyssen-Krupp-Sprecherin Heike Neumeister. Wer aber dort war, sagte sie nicht. Es sei auch noch nichts unterschrieben.

Die HSP-Leute nennen immer wieder das italienische Stahlunternehmen Calvi. Die Italiener sollen voriges Jahr als Spitze einer Investorengruppe Salzgitter ein Angebot zur Weiterführung der HSP-Produktion vorgelegt haben. Salzgitter dementierte zuletzt, dass es ein richtiges Angebot gegeben habe.

Und Calvi mochte sich nicht weiter äußern. Ein mögliches Interesse, das HSP-Areal nun von Thyssen Krupp zu kaufen, wird bei Calvi verneint. Auf Anfrage unserer Redaktion teilte Calvi mit: "Nein, es gibt keine Verhandlungen zwischen Calvi Holding und Thyssen Krupp bezüglich der von HSP belegten Fläche."

Salzgitter gehören noch die Produktionsmaschinen auf dem Gelände. Es gebe mehrere Interessenten, so ein Sprecher; Calvi sei nicht darunter. Gleichwohl geht das Rätselraten in der Stadtverwaltung und auch bei Industrie- und Handelskammer weiter.

Zulieferer für anderes Unternehmen

Auch dort halten sich hartnäckig Hinweise auf ein mögliches Engagement von Calvi im Rahmen einer Zusammenarbeit mit weiteren Investoren. Calvi, so die Denkmodelle, könne als Zulieferer für ein weiteres Unternehmen auftreten, das dann tatsächlich die Produktion von Spundwänden in einem gewissen Umfang wieder hochfahre.

Wer das sein soll: großes Fragezeichen. In dem Zusammenhang taucht auch der Name des niederländischen Unternehmens Van Meever auf. Es ist tatsächlich noch auf dem Gelände aktiv: Die Niederländer sind allerdings nur ein Händler und haben lediglich die letzten Brammen und Spundbohlen aufgekauft und im Dortmunder Hafen umschlagen lassen.

Die Firma SP im Unionviertel schrieb seit Jahren rote Zahlen. Zuletzt arbeiteten dort rund 350 Beschäftigte.

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