Duo Rose – Die Liebe am und zum Trapez

Die Trapez-Künstler Sylvia Friedmann und Samuel Jonathan Sion aus Chicago hängen kopfüber am Trapez. Foto: Franz Luthe
Die Trapez-Künstler Sylvia Friedmann und Samuel Jonathan Sion aus Chicago hängen kopfüber am Trapez. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. Es klingt ein bisschen wie im Märchen, was die beiden Artisten Sylvia und Samuel zu erzählen haben, die derzeit das Publikum im Circus FlicFlac begeistern. Denn sie stammen aus keiner Zirkusfamilie oder Zirkusschule. Was das Paar jedoch verbindet: die Faszination „Trapez“. Und so haben sie sich ihre mit Schwierigkeitsgraden gespickten Luftkünste kurzerhand selbst beigebracht, jahrelang trainiert, sie perfektioniert. Heute werden die beiden jungen Amerikaner weltweit als „Duo Rose“ in vielen Shows bejubelt.

Abend für Abend stockt dem Publikum der Atem, wenn Sylvia Friedmann (20) und Samuel Jonathan Sion (22) hoch oben unter der Zirkuskuppel - acht Meter über dem Boden - ihre leidenschaftliche und romantische Darbietung am Trapez zeigen. Technisch perfekt ist der Show nicht anzusehen, welche enorme Kraftanstrengung hinter den zahlreichen Flugteilen steckt. Und dabei spielte der Zufall eine Rolle, dass die beiden mittlerweile im Leben und in der Manege ein Paar sind.

„Als ich gerade acht Jahre alt war, ging ich mit meinen Eltern in eine Vorstellung des Cirque du Soleil“, erzählt die 20-Jährige, deren Großvater aus Hamburg stammt. Sie staunte, was da alles am Trapez möglich war und begann fortan mit dem Training, mit Gymnastik und Krafttraining in ihrer Heimatstadt Chicago - aber ans Trapez hoch oben war noch nicht zu denken.

In derselben Stadt lebte der sportliche Samuel, der schon im zarten Alter von vier Jahren das Seil rauf- und runterkletterte, später dann Sportakrobatik zum Hobby hatte. „Ans Trapez bin in durch meinen Arzt gekommen“, erzählt er die schier unglaubliche Geschichte. Denn als er sich verletzt hatte, erzählte der ihm von legendären Trapezkünstlern, den „Flying Gaonas“. Er sah die Truppe und war sofort vom Virus „Trapez“ infiziert. Als ihm dann vor vier Jahren sein Sportakrobatikcoach sagte: „Kannst Du Dich mal um die Sylvia kümmern, ich muss gerade weg“, stand „seine“ Sylvia zum ersten Mal vor ihm.

Es hat sofort zwischen den beiden gefunkt

Und es hat sofort gefunkt zwischen den beiden, auch wegen ihrer gemeinsamen Liebe, dem Trapez. „Und wir haben erst nur am Boden geübt, nicht oben in der Luft“, erzählt Sylvia. In einem Fitnessstudio entstand nach und nach die Nummer, die die Zuschauer heute weltweit bestaunen. „Es war zuerst sehr schwer“, gesteht Sylvia. Sie hätten alles selbst gemacht, ausprobiert, sich bei anderen etwas abgeguckt. „Doch das, was wir gesehen haben, reichte uns nicht, wir wollten perfekt sein“, so Samuel. Sie ließen ihr Training filmen, korrigierten immer wieder und besserten nach. Zunächst traten sie auf Festen und Events auf, ehe sie richtige Manegenerfahrung sammelten. Besonders stolz sind sie darauf, dass sie im August 2010 als erste amerikanische Artisten seit 1959 auf Kuba auftraten. Und das ganz offiziell mit dem Segen des US-Ministeriums. Danach folgte ein Engagement nach dem anderen, Moskau, Italien, Deutschland, nun der Circus FlicFlac und danach der renommierte und innovative „Tigerpalast“ in Frankfurt.

Und nun stehen beide vor einem Umzug nach Berlin. „In den USA ist der Zirkus auf dem Niveau der 70er Jahre stehen geblieben mit Löwen und Clowns mit roten Nasen“, so Sylvia. Nun suchen sie eine Bleibe in der Hauptstadt, um von dort aus als „Duo Rose“ die Welt weiter zu faszinieren.

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