DSW verteidigt Busausfall bei Glatteis: „Die Entscheidung war richtig“

Gerald Nill
Foto: Knut Vahlensieck
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Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. Für den totalen Busausfall am Montag musste DSW21 viel Schelte einstecken. Aber das Verkehrsunternehmen verteidigt die unpopuläre Entscheidung: Viele Fahrer hätten Probleme aus allen Stadtteilen gemeldet – und die Sicherheit geht eben vor.

Der totale Busausfall am frühen Montagabend hat ein Nachspiel. Am Mittwoch luden die Dortmunder Stadtwerke zur Pressekonferenz, um ihre Entscheidung zu rechtfertigen. Tenor: „Sicherheit geht vor.“ Die Entscheidung, alle Busse am 17.45 Uhr ins Depot zu beordern, sei richtig gewesen, „auch wenn wir sensibler gewesen sind als andere Verkehrsunternehmen.“

Viele der 130 Busfahrer meldeten Probleme

Udo Griebsch, Technik-Leiter bei DSW, versuchte zu erklären, wie es zu der unpopulären Entscheidung kam. An einem Tag, an dem keine einzige Flocke Schnee gefallen war. „Wir hatten über tausend Meldungen“, berichtete Griebsch. Auf Nachfrage erklärte er, dass an jenem Tag 130 Busfahrer im Einsatz gewesen seien. Sie hätten am späten Nachmittag aus vielen Ecken, verstreut über das gesamte Stadtgebiet, über Probleme berichtet: „Von Mengede bis Lichtendorf.“ Griebsch weiter: „Unsere Verkehrsmeister sind draußen gewesen.“ Diese hätten befunden: „Es geht wirklich nicht mehr viel.“ Die Polizei Dortmund sah zu diesem Zeitpunkt allerdings keine besonderen Probleme durch Glätte. Griebsch: „Das ist sicher schwierig, so eine Abwägung. Aber die Entscheidung war richtig.“

Auch im Nachhinein betrachtet, sei die Entscheidung richtig gewesen. Durch Autos, die auf Straßen abgestellt werden, werde es für Busfahrer immer schwerer, überhaupt durchzukommen. Das Erdbeerfeld und das Jungferntal seien besonders kritische, weil zugeparkte Stellen.

WR-Leser ließen ihren Unmut raus

Der Technikleiter weiß selbst: „Wenn sie die Leistung einstellen, dann ist dies kein Ruhmesblatt.“ Erstaunlicherweise hätten sich die Beschwerden bei DSW in engen Grenzen gehalten. Anders in unserer Redaktion: Viele Leser haben ihrem Verdruss durch Anrufe und Online-Kommentare Luft gemacht. Tenor: Die Verhältnisse am Montag seien wesentlich harmloser gewesen als zum Beispiel am 23. Dezember. Und da seien die Busse noch gefahren. Dies kommentiert Jürgen Hemgens von der DSW-Leitstelle mit der Bemerkung: „Schnee ist nicht gleich Schnee.“ Die Stadtwerke hätten in erster Linie die Sicherheit der Fahrgäste im Auge gehabt.

Griebsch wiederholt in diesem Zusammenhang, dass die Reifen der Antriebsräder das M&S-Symbol trügen und als Ganzjahresreifen auch für den Winter zugelassen seien. Probleme gebe es allerdings besonders mit den Niederflur- und Gelenkbussen. „100 von 170 Bussen sind Gelenkbusse“, beziffert der Technikleiter. Da könne der Einsatzplan nicht mal eben umgeworfen werden.

DSW will Fahrgast-Information verbessern

Folge der unerwarteten Einstellung des Busverkehrs waren Hunderte von Fahrgästen, die an den Bushaltestellen einfach stehenblieben - oft ohne Information. „Wir überlegen, wie wir die Kommunikation künftig verbessern können“, sagte Sprecherin Britta Heydenbluth.