DSW-Chef Pehlke: Neuer Vertrag, mehr Geld

Guntram Pehlke soll vorzeitig seine zweite Vertragsverlängerung als Vorstands-Chef von DSW 21 erhalten inklusive einer deutlichen Gehaltserhöhung. Das Ganze soll eilig durchgewunken werden - eine Entscheidung könnte schon am Wochenende fallen.

DORTMUND. Die zweite Wiederbestellung des Kapitäns auf der Kommandobrücke des wichtigsten städtischen Unternehmens soll offenbar per Tischvorlage am kommenden Samstag (6.12.) durchgewunken werden - ohne Aufsehen und verbunden mit einer deutlichen Gehaltserhöhung.

Normalerweise erhalten die 20 Aufsichtsräte der Stadtwerke bei Entscheidungen von solcher Tragweite zumindest schriftliche Unterlagen zur Vorbereitung. Dieses Mal wissen sie mit Blick auf die Tagesordnung nicht einmal genau, worum es geht, können sich auch so im Vorfeld nicht beraten.

Reguläre Entscheidung erst Mitte 2015

Dabei wäre gar keine Eile geboten; denn die Entscheidung über eine Vertragsverlängerung von Pehlke stünde regulär erst Mitte nächsten Jahres an.Auch die geplante Gehaltserhöhung für den DSW-Chef soll erst zum regulären Wiederbestellungstermin gültig werden.

Sie resultiert nach Informationen dieser Redaktion noch aus dem ersten Vertrag von 2006, nachdem jede Vertragsverlängerung eine höhere Vergütung nach sich zieht. Bei seiner ersten Verlängerung im Jahr 2010 erhöhte sich Pehlkes Vergütung von 110 Prozent seines Basisgehaltes auf 120 Prozent. 2013 erhielt er laut Geschäftsbericht mit allen Zusatzleistungen 442.389,77 Euro.

Gehalt im Marktdurchschnitt

Damit liegt DSW21 nach einer früheren Marktanalyse von Kienbaum nicht über dem Marktdurchschnitt. Mit der zweiten Verlängerung soll Pehlke auch die vollen Pensionsansprüche erlangen.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Chef des DSW-Aufsichtsrates, will und darf sich zu Aufsichtsratsangelegenheiten nicht äußern. Sinngemäß erklärte er nur, alles habe seine Ordnung. Anderslautendes seien "Halbwahrheiten" und von interessierter Seite "zusammengesponnen".

Gaby Kolle