Drogen im Wert von einer Million Euro erschnüffelt

Die 9-jährige Drogenspührhündin Edda ist seit 8 Jahren beim Zollamt im Dienst
Die 9-jährige Drogenspührhündin Edda ist seit 8 Jahren beim Zollamt im Dienst

Dortmund.. Wildes Kratzen im Fußraum gleich hinter der Rücksitzbank des Autos aus Polen. Schwanzwedeln. Edda freut sich. Sie hatte wieder das richtige Näschen. Neun Pakete mit insgesamt 2,8 Kilogramm Marihuana stellen die Beamten des Hauptzollamts Dortmund in den Abendstunden des 1. Juni auf der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Hannover sicher. Der Fahrer behauptet beharrlich, keine Betäubungsmittel dabeizuhaben. Der geschulten Nase von Drogenspürhund Edda aber entgeht so schnell nichts, sie enttarnt die Lüge.

Achtwöchiger Lehrgang

Seit acht Jahren arbeitet Edda bereits im Dienst des Zollamtes und ist mit ihren neun Jahren, das sind in Hundejahren immerhin 63, in der Hochform ihrer Karriere. „Edda hat in diesem Jahr bereits 125 Kilo Drogen im Wert von einer Million Euro erschnüffelt“, sagt Andrea Hoffmann, Pressesprecherin des Dortmunder Hauptzollamtes.

2005 ging die damals einjährige belgische Schäferhündin in die Lehre. Mit ihrem Hundeführer absolvierte sie zuerst eine Schutzhundeprüfung. Anschließend stand ein achtwöchiger Lehrgang zum Drogenspürhund an. Spielerisch lernen die Hunde ihren Job. Damit sie sich den Drogengeruch einprägen, werden Spielzeuge, in Form von kleinen Plastikröllchen, die mit Luftlöchern versehen sind, mit Drogen gefüllt und versteckt. Wie bei einer Beutejagd muss der Hund das Spielzeug suchen. Klar doch: Beim Auffinden ist die Freude groß. „Der Hund verbindet das Spielzeug mit den Drogen“, erklärt Andrea Hoffmann. Ganz wichtig sei es, den Hund unmittelbar nach dem Fund zu loben, damit er eine Verbindung herstellen kann. „So spielt der Hundeführer auch im Einsatz vor Ort mit dem Hund, um ihn zu belohnen.

Bei der Arbeitsweise unterschiedlicher Drogenspürhunde gibt es feine Unterschiede. Edda wurde ausgebildet, einen Fund aktiv mit Kratzen anzuzeigen. Diese Art des Anzeigens spezialisiert sie auf die Drogensuche in Fahrzeugen und bei Gepäck. Bei der Drogensuche „am Mann“, werden Spürhunde eingesetzt, die einen Fund passiv anzeigen. „Diese Hunde setzen sich vor die Person, bei der sie Drogen erschnüffelt haben. Die Beamten wissen dann sofort, was Sache ist“, so Hoffmann.

Spieltrieb zahlt sich aus

Drei Drogenspürhunde und ein Tabakspürhund sind momentan beim Zoll Dortmund im Einsatz. Eine bestimme Größe oder Rasse müssen die Hunde nicht haben. Wichtig sei aber ein ausgeprägter Spiel- und Beutetrieb. Dass dies bei Edda der Fall ist, konnte nach einer sechswöchigen Testphase schnell festgestellt werden.

Fast acht Jahre ist Edda jetzt für das Zollamt im Einsatz. Wie lange sie noch dabei bleiben wird, liegt an ihrem Gesundheitszustand. „Es gibt keine Altersbegrenzung, so lange die Hunde fit sind, bleiben sie dabei“, sagt Hoffmann.

Noch ist Edda fit. Ihren Feierabend verbringt sie am liebsten gemütlich auf dem Sofa ihres Hundeführers, in dessen Familie sie lebt. Ihr größtes Hobby sei dabei alles Essbare aus der Küche zu mopsen. „Privat“ ist sie ein ganz normaler Hund... Aber als Profi: unbezahlbar gut.

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