Drabig setzt ab 2014 auf Rot-Grün in Dortmund

Am Sonntag, 26. August 2012, wurde der Rat der Stadt Dortmund nach der sogenannten Wahllüge zur Kommunalwahl 2009 neu gewählt. Die Wiederholungswahl 2012 brachte ein überraschend gutes Ergebnis für die Dortmunder SPD. Die Dortmunder Grünen konnten zulegen, während CDU und FDP ein sehr schlechtes Ergebnis erzielten.Foto: Franz Luthe
Am Sonntag, 26. August 2012, wurde der Rat der Stadt Dortmund nach der sogenannten Wahllüge zur Kommunalwahl 2009 neu gewählt. Die Wiederholungswahl 2012 brachte ein überraschend gutes Ergebnis für die Dortmunder SPD. Die Dortmunder Grünen konnten zulegen, während CDU und FDP ein sehr schlechtes Ergebnis erzielten.Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. Ernst Prüsse, alter und ab morgen Abend wohl auch neuer Fraktionschef der SPD, zeigte sich „hocherfreut“ - während sein Gegenüber von der CDU, Ulrich Monegel, nur den Kopf schüttelte. „Was muss in Dortmund noch passieren, bis sich etwas ändert?“ Und SPD-Parteivorsitzender Franz-Josef Drabig kündigte an, er werde seiner Partei nach den nächsten Kommunalwahlen 2014 wieder „eine Rot-Grüne Ratskoalition" empfehlen.

Mit Kraft telefoniert

„Wir haben einen Themenwahlkampf gemacht, während die anderen mit Dreck geworfen haben“, sagte Drabig, der sich kurz vor 20 Uhr bei NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Handy für ihren Einsatz bedankte und ihre Glückwünsche entgegennahm. Das Ergebnis zeige, dass die CDU mit dem Thema Regresspflicht gegen Ex-OB Langemeyer nicht habe punkten können. „Ich glaube, die Dortmunder honorieren, wenn jemand anpackt und für die Stadt malocht, dann verzeihen sie auch, wenn er mal etwas in den Sand setzt“, brach Drabig unerwartet eine Lanze für Langemeyer. „Die Menschen wissen, was er für Dortmund geleistet hat.“

„Mehr als zufrieden“ zeigte sich Ernst Prüsse, der den Abend in seinem heimatlichen Sprengel auf der Lütgendortmunder Pflaumenkirmes ausklingen ließ - und ankündigte, auch in den nächsten zwei Jahren im Rat mit wechselnden Mehrheiten zu arbeiten. Er mache sich für einen genehmigungsfähigen Haushalt stark. Geht es nach Prüsse, „ohne Erhöhung der Gewerbesteuer“.“ Er erwarte von der Verwaltung entscheidungsreife Beschlussvorlagen um die Fragen wie die Betriebsform fürs Kanalnetz und um den möglichen Wechsel der Stadt-Grünpflege zur EDG.

"SPD ist ausgewichen"

Betreten kommentierte CDU-Parteichef Steffen Kanitz die Zahlen, die im Laufe des Abends über die Leinwände flimmerten. „Ich bin fassungslos, einfach katastrophal.“ Ihn erschrecke die geringe Wahlbeteiligung - „und der Umstand, dass Lug und Trug vom Wähler offenbar nicht bestraft werden“, sagte Kanitz in Anspielung auf die Haushaltslüge und die seiner Meinung nach viel zu niedrige Regressforderung von 30 000 Euro für Ex-OB Langemeyer. Es sei nicht gelungen, die eigene Klientel für die Wiederholungswahl zu mobilisieren „Die CDU hat ihre Themen gesetzt, aber die SPD ist schlicht ausgewichen.“

Bedient war auch Ulrich Monegel, alter und auch künftiger Chef der CDU-Fraktion. „Was muss noch passieren, bis sich in Dortmund etwas ändert?“ Er habe schon damit gerechnet, die CDU werde 30 Prozent „oder noch ein Stück mehr holen.“ So recht zu erklären vermochte auch Monegel das Ergebnis nicht. Möglicherweise werde die CDU vom Bürger als die Partei des Sparens wahrgenommen - „aber ich sehe zurzeit keine andere Alternative für Dortmund.“

Für den Landesbeauftragten Harald Heinze war die Sachlage klar: Das Thema Regressforderungen an Ex-OB Langemeyer habe bei den Bürgern nicht den Stellenwert gehabt, wie manche vermutet hätten.

Heinze hat gut Lachen: Am 13. September kann er sein Amt als Rat-Ersatz niederlegen, dann konstituiert sich der neue Rat.

 
 

EURE FAVORITEN