Dr. Ludwig Jörder als Westfalenhalle-Geschäftsführer nach 26 Jahren verabschiedet

Dr. Ludwig Jörder geht, Sabine Loos tritt ab 1. August in seine Fußstapfen. Am Montagabend fand die offizielle Verabschiedung statt. Das Bild zeigt (v.l.): Sabine Loos, Dr. Ludwig Jörder und Friedhelm Sohn (Aufsichtsratsvorsitzender der Westfalenhalle). Foto: Knut Vahlensieck
Dr. Ludwig Jörder geht, Sabine Loos tritt ab 1. August in seine Fußstapfen. Am Montagabend fand die offizielle Verabschiedung statt. Das Bild zeigt (v.l.): Sabine Loos, Dr. Ludwig Jörder und Friedhelm Sohn (Aufsichtsratsvorsitzender der Westfalenhalle). Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.. Am 4. Juli fand die Verabschiedung von Dr. Ludwig Jörder, Hauptgeschäftsführer der Westfalenhallen Dortmund GmbH, im Goldsaal des Kongresszentrums statt. Im November 1985 hatte Dr. Jörder, zuvor Rechtsanwalt und Notar, seinen Dienst bei den Westfalenhallen angetreten. Am Montagabend bedankte er sich bei Kunden, Geschäftspartnern und Kollegen für die spannende gemeinsame Zeit, bevor er nun zum 1. August in den Ruhestand tritt.

Sie hat eine Strahlkraft, die in die ganze Welt ausstrahlt, ist zudem eine markante Marke in Deutschland: die Westfalenhalle. Einer, der in den vergangenen 25 Jahren maßgeblich zum Erfolg der Westfalenhallen Dortmund GmbH beigetragen hat, ist Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Jörder, seit 1985 im Amt. Zum 1. August geht der Rechtsanwalt und Notar, der in diesem Monat 65 Jahre alt wird, in den Ruhestand.

Es war ein Abschied mit Stil. Und einer mit Ovationen. Rund 250 geladene Gäste kamen Montagabend, um sich von Jörder zu verabschieden und einen Blick zurück zu werfen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau sprach von einem „fast historischen Ereignis“. Jörder sei in seiner Funktion „jederzeit über jeden Zweifel erhaben gewesen.“ Er habe die nationale Bedeutung der Westfalenhallen abgesichert und die internationale maßgeblich entwickelt. Und: Er habe als Nordstädter nie seine Wurzeln vergessen.

Aufsichtsratsvorsitzender Friedhelm Sohn konnte nur zustimmen - und ergänzen, Jörder habe „die Halle fit gemacht für den harten Wettbewerb.“ – Über viele Jahre.

Als der Ratsvertreter sein Amt Mitte der 80er Jahre angetreten hatte, war er zunächst noch skeptisch, ob das wohl das Richtige für ihn sein wird. Und so hat er sich eine Hintertür offen gehalten, um in die Anwaltssozietät zurückzukehren. Doch heute sagt er mit Überzeugung: „Meine Entscheidung von 1985 war richtig.“ Und sie war sicher auch richtig für die Westfalenhallen und damit auch für Dortmund.

Zu seinem Dienstantritt als Nachfolger von Hermann Heinemann wähnten sich die Westfalenhallen noch in einer Art Schlaraffenland. Keine Konkurrenz weit und breit. Doch schossen Anfang der 90er Jahre viele Veranstaltungszentren und Hallen aus dem Boden. Schon damals blickte Jörder in die Zukunft. Der passionierte Schachspieler entwickelte Strategien und baute den Unternehmensverbund Westfalenhallen um, schuf schlagkräftige Strukturen und stellte das Unternehmen so für die Zukunft auf. „Unsere Mitarbeiter denken in modernen Management-Strukturen“, betonte er noch in der Chronik der Westfalenhallen.

Während seiner Amtszeit wurden bedeutende Investitionen getätigt: Die Hallen 6 und 7 (1986/1989), die Halle 8 (1996) sowie die Halle 3 B und das zentrale Verwaltungsgebäude (2005) wurden gebaut. Zudem erfolgte in den Jahren 1998 bis 2000 die grundlegende Modernisierung des Kongresszentrums. Und außerdem wurde die altehrwürdige Westfalenhalle grundlegend modernisiert.

Dabei war wohl das Jahr 1995 das wichtigste in der Umstrukturierungsphase. Damals übernahm die Halle die Investitionen und die Bautätigkeiten auf dem Gelände. Von dem Zeitpunkt an musste sie ohne kommunale Subventionen auskommen. Im Gegenteil: Sie führt heute noch eine Pacht an die Stadt ab.

Alle Investitionen, gleich welcher Art, mussten und müssen auch weiterhin aus eigener Kraft gestemmt werden. Und das war gleichbedeutend mit einem ungeheuren Wettbewerbsnachteil. Denn vergleichbare Zentren erhalten Subventionen in Millionenhöhe. Aber Jörder stellte sich mit seinem Team diesem Wettbewerb und steigerte mit einer Vielzahl neuer Highlights die Attraktivität des Messe- und Veranstaltungsstandortes Dortmund.

 
 

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