Dortmunds OB Sierau will Forensik-Lösung "gemeinsam tragen"

Die Forensik in Dortmund-Aplerbeck.
Die Forensik in Dortmund-Aplerbeck.
Foto: WR
Die in Lünen geplante Forensik schlägt seit geraumer Zeit Wellen bis nach Dortmund. OB Ullrich Sierau verweist bei der Debatte auf die Erfahrungen im Umgang mit der Einrichtung in Aplerbeck - und schlägt vor, statt einem Neubau bestehende Standorte zu vergrößern.

Dortmund. Zur Forensik im Erlensundern macht OB Sierau einen Alternativvorschlag. Den Ausbau bestehender Strukturen.

Herr Sierau, nach dem Streit mit Ministerin Steffens und mit Blick auf die kommende Bürgerversammlung - wie stellt sich aus Dortmunder Sicht die Situation um die ungeliebte Forensik an der Stadtgrenze zu Lünen im Erlensundern bei Lanstrop derzeit dar?

Ullrich Sierau: Zunächste einmal: Ich bin ja kein Gegner von Forensik. Ich hatte allerdings die Hoffnung, dass man beim Land aus dem Dortmunder Umgang mit der Einrichtung in Aplerbeck gelernt hätte. Das scheint aber nicht so.

Wie meinen Sie das?

Sierau: In Dortmund wurde unter anderem durch einen Forensikbeirat zur Versachlichung des Konflikts beigetragen. Es gab ein transparentes Verfahren. Das alles habe ich aktuell vermisst. Deshalb meine Kritik an dem chaotischen Vorgehen auch von Landesseite. Über das Forensik-Thema sind wir nur im Rahmen der allgemeinen Standortsuche informiert worden. Von Erlensundern haben wir aus der Zeitung erfahren. Das war unprofessionell und frech. So geht man nicht miteinander um.

Wie wird sich denn die Stadt weiter verhalten?

Sierau: Wir haben aufgearbeitet, welche Standorte in der Region im Gespräch waren und welche im Amtsgerichtsbezirk nicht weiter verfolgt wurden. Ich halte eine Debatte für erforderlich, warum bestimmte Orte nicht zum Tragen gekommen sind.

Und jetzt?

Sierau: In unserer Aufarbeitung nehmen wir Erlensundern so unter die Lupe, als wenn der Standort auf Dortmunder Gebiet entwickelt werden sollte. Wir prüfen Lärmschutz, die Bergsenkungsproblematik, den Natur- und Landschaftsschutz und die technische Erschließung, die An- und Abfahrt.

Forensik-Pläne

Ohne Lüner Hilfe?

Sierau: Wir haben lange nichts gehört aus Lünen. Ich gehe dennoch von einer ordentlichen Zusammenarbeit zur Versachlichung der Debatte aus.

Sie richten sich also auf den Standort Erlensundern an der Stadtgrenze ein?

Sierau: Natürlich nicht. Mit „Victoria“ gibt es ja in Lünen noch eine weitere Option. Und ich frage jetzt einmal grundsätzlich: Warum wird von Landesseite nicht erwogen, unter bestimmten Bedingungen vorhandene Standorte möglicherweise zu vergrößern. Dort gibt es Betriebsabläufe, die vielleicht auch auf größere Einrichtungen übertragbar sind oder gar optimiert werden können.

Sie plädieren somit dafür, die 130 Plätze für Lünen zu verteilen? Das beträfe ja dann auch die Wilfried-Rasch-Klinik in Aplerbeck.

Sierau: Eventuell. Jedenfalls sollten solche Optionen von Landesseite untersucht werden. Im Rahmen einer derartigen Erweiterungsdiskussion müsste man natürlich auch Aplerbeck prüfen, ob es dort räumlich möglich wäre zu erweitern. Sehen Sie: Der Bedarf an Forensik-Plätzen steigt. Und wenn es so ist, muss das Thema als gesellschaftliche Aufgabe angenommen und gemeinsam gestemmt werden.

 
 

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