Dortmunds Grüne wollen Sitzblockade bei Nazi-Demo 2012 ausweiten

Gerald Nill
Nach dem Erfolg der Sitzblockade bei der Nazi-Demo am Samstag (3. September 2011) wollen Dortmunds Grüne am Antikriegstag 2012 die Blockaden ausweiten. Foto: WAZ-Fotopool
Nach dem Erfolg der Sitzblockade bei der Nazi-Demo am Samstag (3. September 2011) wollen Dortmunds Grüne am Antikriegstag 2012 die Blockaden ausweiten. Foto: WAZ-Fotopool
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund. Kein Zweifel – die Sitzblockade auf der Schützenstraße am Samstag war ein Erfolg, der Nazi-Umzug wurde umgeleitet. Darauf wollen Dortmunds Grüne jetzt aufbauen: Am Antikriegstag 2012 soll es eine noch größere Blockade geben.

Die Grünen sehen die Blockade der Schützenstraße durch bürgerliche Teilnehmer als Erfolg im Protest gegen die Nazi-Demo zum Antikriegstag 2012 in Dortmund. Im nächsten Jahr wollen sie eine noch größere friedliche Blockade auf die Beine stellen.

Die Kritik des Fraktionsvorsitzenden Mario Krüger richtet sich in drei Punkten gegen den Polizeipräsidenten. Es sei „hanebüchen“, dass Hans Schulze den Aufruf zur friedlichen Sitzblockade als Wegbereiter für gewaltbereite Linksautonome ansehe. „Unverständlich“ sei, dass das Fest in Dorstfeld ohne polizeilichen Schutz abgelaufen sei, was erst den Aufmarsch Rechtsradikaler dort ermöglicht habe. Als „unverhältnismäßig“ bezeichnet Krüger die Härte beim Räumen der Blockade durch 80 linke Aktivisten an der Westerbleichstraße.

In ihrem Ausblick auf das nächste Jahr drückte Sprecherin Ingrid Reuter ihre Absicht aus, „diese Protestform weiterzuführen und auszuweiten“. Viele Leute hätten inzwischen „den Mut gewonnen sich anzuschließen“. Reuter weiter: „Die Bereitschaft der Bürger, etwas gegen Rechts zu unternehmen, ist gewachsen“.

„Tausende können Nazi-Aufmarsch verhindern“

Die Hoffnung der Grünen: „Wenn 150 Menschen friedlich und konsequent eine andere Route der Nazis erzwingen können, dann können tausende friedliche Dortmunder, die sich dieses Mal nur außerhalb der abgesperrten Zonen versammeln durften, mit einer wirklich großen und friedlichen Blockade einen neuen Naziaufmarsch unterbinden.“

Die Grünen konnten sich einen Seitenhieb gegen Ullrich Sierau, der sich zuvor vollmundig für die Blockade ausgesprochen hatte, nicht verkneifen: „Es wäre nett gewesen, wenn der OB die Blockade besucht hätte.“

Die Grünen erwarten von einem zukünftigen Polizeipräsidenten, dass er seinen Ermessensspielraum beim Erlauben von friedlichen Demons-trationen ausschöpft. Eine Route, die das Leben eines ganzen Stadtteils einen ganzen Tag lang zum Erliegen bringt, sei nicht hinnehmbar.