Dortmunds Einzelhändler fürchten sich vor ECE

Das neue ECE-Einkaufszentrum – die Thier-Galerie – nimmt Formen an. Foto: WR/Ralf Rottmann
Das neue ECE-Einkaufszentrum – die Thier-Galerie – nimmt Formen an. Foto: WR/Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. Bei Dortmunds Einzelhändlern geht die Angst vor dem ECE-Einkaufszentrum um. Der City-Ring blickt voller Sorge in die Zukunft: Werden alle Geschäfte auf Osten- und Westenhellweg überleben? Und wie steht’s um die Brückstraße?

33 000 Quadratmeter Verkaufsfläche, 150 Fachgeschäfte und das alles in bester Lage in der Dortmunder Innenstadt: Das neue ECE-Einkaufscenter, das 2011 eröffnet werden soll, wird das Gesicht von Dortmund verändern. Das sehen auch die Einzelhändler so. „Es wird auf jeden Fall etwas passieren“, erklärt Axel Vosschulte, Geschäftsführer der Store concept GmbH. Er ist sicher, dass einige Gebiete der Innenstadt besonders unter diesen Veränderungen leiden werden. „Der Ostenhellweg wird betroffen sein.“ Überleben werden hier seiner Meinung nach zumindest C&A, Strauss und TK Max. Es bleibe abzuwarten, ob die Händler am Ostenhellweg es schaffen, die Kunden von den 500 Metern zusätzlichem Fußweg zu überzeugen.

Auch für die Brückstraße wird’s schwer

Problematisch werde es seiner Meinung nach auch für die Geschäfte in der Brückstraße. „Diese Straße hat kein Gesicht, da fehlen die Führer, die eine Straße mitziehen“, findet er. Da würden sich auch die durch das Center zusätzlich nach Dortmund gelockten Kunden nicht auswirken.

Peter Erb, Geschäftsführer der Dortmunder Karstadt-Filiale, schaut positiv in die Zukunft. „Unsere Antwort auf das ECE-Center war die Schließung unserer Filiale in der Kampstraße. Das war ein schmerzlicher Prozess“, erklärt Erb. Er sei überzeugt, dass sich Karstadt mit dem Center messen könne. „Wir fühlen uns ein bisschen wie ein Center ohne Wände zwischen den einzelnen Geschäften.“ Und immerhin habe Karstadt nur 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche weniger als das ECE-Center. Man denke jedoch daran, das Warenangebot anzupassen.

Kunden wollen einkaufen – und erleben

Axel Vosschulte ist da skeptischer. Er sieht das Konzept eines modernen Warenhauses darin, unter einem Dach viele Fachgeschäfte zu bieten. „Was Sie wollen, macht ECE in Perfektion“, antwortet Vosschulte auf Erbs Ausführungen. Denn die Kunden von heute wollten nicht nur einkaufen, sondern auch ein umfassendes Serviceangebot. „Sie wollen Lounges, Cafés und saubere Toiletten“ - daher rühre auch der Erfolg der Einkaufscenter.

Vosschulte selbst hat sich vorbereitet und dem Trend angepasst, indem er seine Kundinnen am Ostenhellweg „in eine Warenwelt einpackt, in der sie sich rundum wohl fühlen.“ Was auch durch Kinderbetreuung und „Belustigung“ der Männer erreicht werde. Doch auch er ist nicht absolut sicher, dass er unbeschadet aus der „Center-Affäre“ herauskommt. Gegen die neue Konkurrenz helfe nur Einigkeit, so Axel Schroeder. „Wir müssen geschlossen als City-Ring antreten.“

 
 

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