Dortmunds Bundestags-Abgeordnete Ulla Burchardt (SPD) verzichtet auf Kandidatur

Michael Kohlstadt
Dortmunds MdB Ulla Burchardt (SPD) will 2013 nicht mehr für den Bundestag kandidieren. Bild: Helmuth Voßgraff/WAZ-Fotopool
Dortmunds MdB Ulla Burchardt (SPD) will 2013 nicht mehr für den Bundestag kandidieren. Bild: Helmuth Voßgraff/WAZ-Fotopool
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Dortmund. Die Dortmunder SPD-Spitze will das Parteivolk darüber abstimmen lassen, wer für die Genossen künftig Bundestagsmandate erobern soll. Aktuell geht es um die Nachfolge der Dortmunder Bundestagsabgeordneten Ulla Burchardt. Die 55-Jährige erklärte jetzt ihren Verzicht einer neuerliche Kandidatur 2013.

„Ich könnte mir vorstellen, dass es so läuft wie bei dem Verfahren für die OB-Kandidatur“, sagte Unterbezirkschef Franz-Josef Drabig im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir wollen nicht, dass darüber im Hinterstübchen entschieden wird“, so Drabig, der damit auf den angekündigten Rückzug von Ulla Burchardt reagierte.

Die 55-Jährige hatte Parteifreunden am Dienstag mitgeteilt, dass sie bei der nächsten Bundestagswahl 2013 für eine weitere Kandidatur im Wahlkreis Dortmund II nicht mehr zur Verfügung steht. Die studierte Diplom-Pädagogin, die erstmals 1990 in den Bundestag gewählt und in der Folge fünfmal von den Wählern bestätigt worden war, wolle künftig „andere Akzente in ihrem Leben setzen“, hieß es in einer Erklärung des Unterbezirks. Die Mutter zweier Töchter ist seit 2005 auch Vorsitzende des Forschungsausschusses des Bundestages und gehört dem SPD-Bundesvorstand an. Im letzten Herbst geriet sie wegen des enormen Verschleißes an Mitarbeitern in ihrem Berliner Abgeordnetenbüro in die Schlagzeilen.

Genossen sollen über Kandidaten abstimmen — wie bei Ullrich Sierau und Jörg Stüdemann

„Wir bedauern natürlich, wenn wir eine dermaßen erfolgreiche Vertreterin unserer Stadt in Berlin verlieren“, sagte Drabig. Ulla Burchardt habe viele Türen geöffnet und Projekte des Bundes in Dortmund sowie Fördermittel für kommunale Vorhaben eingeworben. Drabig begrüßte die frühzeitige Ankündigung. Nun habe man Zeit, die Nachfolge zu regeln. „Wir haben eine ganze Reihe guter Kandidaten.“

Der UB-Vorsitzende sprach sich für einen offenen, parteiinternen Wettbewerb aus, wie ihn 2009 die beiden Bewerber für die OB-Kandidatur, Ullrich Sierau und Jörg Stüdemann, ausgetragen hätten. Dem umstrittenen Vorschlag von SPD-Chef Sigmar Gabriel, auch Nicht-Parteimitglieder an derartigen Prozessen teilhaben zu lassen, erteilte Drabig dagegen eine klare Abfuhr.