Dortmunderin entwickelt Eis für Hunde

Eis für Hunde - reine Geschmackssache..
Eis für Hunde - reine Geschmackssache..
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. 30 Grad im Schatten und weder Hund noch Herrchen haben Lust auf eine ausgedehnte Wanderung? Dann machen Sie doch einen Stadtbummel und laden Ihren Bello auf ein Eis ein... Ein Hundeeis auf die Pfote, sozusagen.

„Frido“ – klingt im Englischen nach kalt wie Kühlschrank. Und nach Hund. Einem netten Hund, einem, der gerne mal was abstaubt. Eben auch mal eine Kugel Eis. So einen netten Hund hat Nina Lenninghaus (32): Emil. Der wiederum hat jede Menge vierbeinige Freunde. Jetzt umso mehr. Weil Emils Frauchen die Chefin von Eiswerk ist. Heißt: Sie entwickelt spezielle Eissorten – besonderer Geschmack, wenig Zucker, ausgefallene Sorten – fürs Stammcafé in Hennen und die beiden Filialen in Dortmund. Und statt Lavendel, Milchreis oder Pflaume hat sie jetzt mal was Handfestes für ihren Fiffi angerührt. Wild mit Birne. Und Geflügel mit Karotte. Eine eiskalte Geschäftsidee – und seither ist Emil ein Held. Weil seine Freunde nämlich zum Probe-Schlabbern eingeladen waren.

Spinnerei beim Hundetreff

Also nochmal von vorne: Beim Hundetreff hatten die Zweibeiner so rumgesponnen. Über die Vierbeiner und ihre Vorlieben. Die einen backen Hundekuchen, warum sollte die Speiseeisherstellerin also kein Hundeeis machen? Liebe schließlich, lehrt uns doch schon der Volksmund, geht durch den Magen. Und Hundeliebe durch den Hundemagen. Der ist nicht ganz so robust wie mancher annimmt. „Viele Hunde haben eine Laktoseunverträglichkeit“, sagt Nina Lenninghaus. Sie habe sich im Vorfeld mit einem Tierernährungsexperten ausgetauscht. Laktosefrei, keine Rinderprodukte, kein Haushaltszucker.

„Frido“ wird mit Honig und Traubenzucker gesüsst. Und mit dem angereichert, was ein Hund wirklich mag. Fleisch nämlich. Wildinnereien und Geflügel. Im Eis. Ohne Hörnchen. Und da, bestätigt Lenninghaus, sieht man doch, dass Mensch und Tier keineswegs denselben Geschmack haben. „Hunde würden Wild und Birne kaufen. Besitzer neigen dazu, sich für Geflügel und Karotte zu entscheiden“. Für den Hund, versteht sich. Selber stehen sie wohl eher auf Vanille und Co. Beides übrigens wird in unterschiedlichen Maschinen verarbeitet (Danke!) und das eine auch nur in der Hunde-Familienpackung angeboten.

Tierische Testesser

Die tierischen Testesser jedenfalls waren, wenn man der Eismacherin so glauben darf, begeistert. Gerade an diesen brühwarmen Hundstagen. Wenn nämlich dem Hund die Zunge aufs heiße Pflaster hängt (und nur über die, die Zunge nämlich, kann er „schwitzen“), kommt so ein Kügelchen Eis fast so gut wie eine Abkühlung im Bach. Findet Nina Lenninghaus. Natürlich gibt’s für die Extras so zwischendurch klare Regeln, da ist es ganz egal, ob der Leckerschmecker zwei oder vier Beine hat. Kalorien schließlich nähen nachts nicht nur Hosen, sondern auch Hundefelle enger. Lenninghaus: „Mal ‘ne Kugel oder zwei – aber bitte kein Kilo Eis am Tag“.

Und Sie? Müssen ihrem Hund jetzt nur noch beibringen, mit dem Löffel zu fressen...

 
 

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