Dortmunder Westenhellweg Top 9 der Einkaufsstraßen in Deutschland

Der Dortmunder Westenhellweg liegt mit durchschnittlich 9905 Passanten in einer Stunde auf Rang 9 der meist frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands.
Der Dortmunder Westenhellweg liegt mit durchschnittlich 9905 Passanten in einer Stunde auf Rang 9 der meist frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands.
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.. Der Westenhellweg gehört mit knapp 10.000 Passanten pro Stunde zu den Top 10 der deutschen Einkaufsstraßen. Das schlägt sich auch in der Ladenmiete nieder – und die ist bis zu zehnmal höher als an Kampstraße und Ostenhellweg.

Dortmund ist ein teures Pflaster: Spitzensatz bei Ladenmieten auf dem Westenhellweg: 200 Euro pro Quadratmeter. Und auch bei der Besucherfrequenz liegt die Einkaufsmeile bundesweit vorne. Davon ist die parallel laufende Kampstraße, obwohl nur einen Steinwurf weg und mit dem neuen Vornamen „Boulevard“ versehen, noch weit entfernt.

Händler und Besucher schätzen den Hellweg, während die Kampstraße weiter strampeln muss. Die Experten von „Jones Lang Lasalle“ haben wieder gezählt: Danach findet sich der Westenhellweg mit 9905 Besuchern in der Stunde wieder unter den zehn bundesweit meistbesuchten Einkaufsmeilen – Platz 9.

Zum Vergleich: Die Schildergasse in Köln hat 14 265 Passanten. Die Neuhäuser Straße in München und Frankfurter Zeil komplettieren das Spitzentrio. Dortmund hat allerdings mit dem Ostenhellweg noch eine weitere „Hochfrequenzmeile“ unter den Top 25: Die Eintrittskarte für diese Kategorie sind mindestens 7000 Passanten. Ob es dabei vor dem Hintergrund des kommenden Kunden-Magneten „Thier-Galerie“ bleibt – da sind viele Experten skeptisch.

Wie der Ostenhellweg muss die Kampstraße um ihre Kunden kämpfen. Eine 1b-Lage – Cityring-Vorsitzender Axel Schroeder hält schon das für gestrunzt. An manchen Stellen, rechnet er vor, liege man doch wohl eher in einer 2er-Zone. Schließlich ist es ein Unterschied, ob man zwischen Petri- und Reinoldikirche auf den Boulevard schlendert oder am Brüderweg. Die Mieten? Die, sagt Schroeder, „sind noch moderat“. Was das heißt? Achselzucken. „Das sind bestgehütete Geheimnisse. Da redet man nicht drüber unter Händlern...“

Dabei ist die Miete nach dem Personal zweitgrößter Kostenblock für jeden Geschäftsmann. Und Gewerbeimmobilien in Dortmund haben deutlich zugelegt: 37 Prozent in den letzten zehn Jahren hat die Industrie- und Handelskammer in ihrem Mietpreisspiegel ausgerechnet. Seit 2004 geht’s steil nach oben, 25 Prozent Aufschlag waren in dieser Zeit fällig. Immer nach dem Motto: je kleiner, je teurer. Ladenlokalgrößen zwischen 60 und 120 Quadratmetern mit Schaufensterfront sind danach in 1a-Lagen (Hellweg) ab 140 bis 200 Euro zu haben; größere Geschäfte pendeln zwischen 85 und 140 Euro. Bei 1b-Lagen rutschen die Preise, zumindest laut Mietspiegel, in den Keller. Eine 1b-Lage im Geschäftskern würden die Makler für 16 bis 30 Euro anbieten; im Nebenkern zwischen 5,50 und 10 Euro. „Die Kampstraße ist schwierig, weil sie nicht Lauflage ist“, schätzt Thomas Schäfer, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes. Wenn sich erst der Blick in die Innenstadt öffne, könne das anders werden. Und wenn der Boulevard eben keine Baustelle mehr ist – „Bis dahin ist das eine Durststrecke“.

Dass der „Boulevard Kampstraße“ möglicherweise niemals gegen den nahen Westenhellweg „anstinken“ kann? „Das ist so auch nicht geplant“, betont Schroeder. Der Westenhellweg – das ist ein Synonym fürs sogenannte Power-Shoppen. Also Einkaufen unter Hochdruck. Die Kampstraße dagegen lädt zum Flanieren, zum Verweilen ein.

Sprich: Wem das Geschiebe auf dem Hellweg zu heftig wird, der quert zum Luftholen auf den Boulevard. „Hier finden Sie Geschäfte, die wichtig sind, kleinteiligen Handel, den Sie aber niemals auf dem Hellweg finden würden.“ Wegen der teils zehnfach höheren Mieten.

 
 

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