Dortmunder Volksbank erwägt Schließung von Filialen

Anfang der Woche war die Vertreterversammlung der Dortmunder Volksbank. Prof. Dr. Guido Knopp hielt einen interessanten Vortrag, Volksbank-Vorstandsvorsitzender Martin Eul präsentierte gute Zahlen. Er sprach aber auch über anstehende Herausforderungen - und darüber, dass das Geldinstitut die Schließung von Filialen prüft.

Dortmund.. Die Vertreterversammlung der Dortmunder Volksbank fand am Montagabend (15. Juni) in der Westfalenhalle 2 statt. 728 Vertreter - von den 150.000 Volksbankmitgliedern gewählt - waren anwesend. Sie stimmten unter anderem über die Gewinnverteilung ab und hörten einen Vortrag von Prof. Dr. Guido Knopp: Der Moderator der ZDF-Reihe "ZDF History" sprach zum Thema "Putins Russland - Mythos und Wahrheit".

Niedrige Zinsen - großes Problem

Die Vertreter hörten zuvor nicht weniger Spannendes von Martin Eul, dem Vorstandsvorsitzenden der Dortmunder Volksbank. Zunächst sprach er über die guten Zahlen für 2014. Danach ging er auf die anhaltend niedrigen Zinsen ein, die alle Geldinstitute vor große Herausforderungen stellen - und sie richtig Geld kosten.

Die niedrigen Zinsen, so Eul, seien der eine Grund, weshalb die Dortmunder Volksbank in den nächsten Jahren sehen müsse, ob in der "Filialarchitektur" Kosten gespart werden können. Der andere Grund: 90 Prozent der Bankkunden, so Eul, hielten die Filiale zwar nach wie vor für wichtig - sie werde allerdings nur noch von 50 Prozent der Kunden genutzt.

Stattdessen möchten immer mehr Leute ihre Bankgeschäfte per PC, Tablet oder Smartphone erledigen. Daher fragte Eul am Montag, ob die Volksbank künftig noch "in jedem Dorf, an jeder Ecke" vertreten sein müsse.

Filialnetz soll auf den Prüfstand kommen

"Ich glaube, dass wir das Filialnetz auf den Prüfstand stellen müssen", sagte Eul auf Anfrage am Mittwoch. Bis Ende 2015 sehe man sich an, wie viele Kunden die einzelnen 79 Filialen in Dortmund und den umliegenden Städten besuchen.

Auch werde geschaut, wo noch viele der insgesamt 240.000 Kunden den Schalter aufsuchen - und wo beispielsweise vorrangig nur der Geldautomat und der Kontoauszugsdrucker gefragt seien. "Die Kunden stimmen mit ihren Füßen ab", sagt Eul. Wo bislang zwei Filialen nur einen oder zwei Kilometer auseinander liegen, so Eul, "schreit das regelrecht danach, dass man diese Filialen zusammenlegt".

Ab Anfang 2016 werde man sich auf Basis der gesammelten Erkenntnisse damit befassen, wo Filialen künftig vielleicht nur noch halbtags öffnen, wo sie womöglich ganz geschlossen werden und wo nur ein Geldautomat verbleibt. Oder auch nicht. Populär ist ein solches Thema nicht, das weiß Eul. Immerhin: Mögliche Filialschließungen sollen "ohne betriebsbedingte Kündigungen" vonstatten gehen, sagte er.

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