Dortmunder Uni-Radio droht Verlust der Finanzierung

Chefredakteurin Tina Trelle - hier mit Austauschstudent Christian Donkor aus Ghana - wird am Montag vor dem StuPa den Standpunkt von Eldoradio vertreten.
Chefredakteurin Tina Trelle - hier mit Austauschstudent Christian Donkor aus Ghana - wird am Montag vor dem StuPa den Standpunkt von Eldoradio vertreten.
Foto: Eldoradio
Schock für den Dortmunder Uni-Sender Eldoradio: Das Studierendenparlament will die Finanzierung des Campus-Radios überprüfen. Sollten die Gelder aus dem Semesterbeitrag nicht mehr fließen, könnte das fatale Folgen für Eldoradio haben.

Dortmund.. Das Dortmunder Uniradio Eldoradio ist nach eigenen Angaben "das erfolgreichste Campusradio Deutschlands - zusammen mit Radio Q aus Münster". Man sieht sich als verdienter Medienpartner der TU Dortmund.

Entsprechend groß war der Schock, als nun im Studierendenparlament der Uni ein Antrag gestellt wurde, um die zukünftige Finanzierung des Senders zu prüfen. Genauer gesagt, es geht um 0,25 Euro, die jeder Student der Technischen Universität pro Semester für den Sender zahlt.

Mit großer Mehrheit wurde nun beschlossen, die Notwendigkeit dieser Abgabe zu untersuchen - und für den Fall der Fälle schon einmal die Änderung der Beitragsordnung vorzubereiten. Sprich: Dem Sender droht ein Teilverlust seiner Finanzierung.

Keine beschränkte Reichweite

"Bemängelt wird, dass Eldoradio nur in der Nähe des Campus empfangen werden kann", heißt es im Protokoll der 11. Sitzung. Tatsächlich ist die Reichweite von Eldoradios UKW-Frequenz 93,0 beschränkt. "Aber sie geht weit über den Campus hinaus. Außerdem kann man uns im deutschen Kabelnetz und überall auf der Welt übers Internet empfangen", sagt Studentin Tina Trelle aus der Eldoradio-Chefredaktion.

Im Lizenzantrag des Senders werden die UKW-Grenzen genauer dargelegt. Im Osten reicht das Sendegebiet bis Aplerbeck, im Westen über Bochum hinweg bis nach Herne. Auch die Innenstadt ist abgedeckt, die Nordgrenze liegt etwa beim Hauptbahnhof. Im Süden, an der Rückseite der Antenne, liegt die Grenze dagegen schon in Eichlinghofen, praktisch direkt am Campus.

Mitarbeiter aus allen Studiengängen

Der Sender hat ein Statement veröffentlicht. Darin steht unter anderem, dass Eldoradio zwischen 8000 und 12.000 Menschen erreiche, dass sich die Mitarbeiter bei Campuslauf, O-Woche und beim Tag der offenen Tür engagieren - und dass das Programm einen kritischen Blick auf die Campus-Geschehnisse biete. All dies, so steht es im Statement, sei mit dem derzeitigen Budget gerade zu gewährleisten.

Einen weiteren Kritikpunkt, nämlich dass der Sender vor allem Studierenden des Journalistik-Studiengangs zugute kommt, begegnen die Verantwortlichen mit dem Argument, dass fast drei Viertel aller Mitarbeiter keinen journalistischen Hintergrund haben. "Mehr als 1.000 Studierende aller Fachrichtungen" hätten bei Eldoradio die Welt des Radios kennengelernt.

Breite Finanzierung bedroht

Zudem befürchtet man bei Eldoradio, dass weitere Gelder wegfallen könnten, wenn es zum entsprechenden Beschluss käme. Denn Eldoradio finanziert sich einerseits durch die erwähnten Beiträge der Studenten von TU und FH Dortmund sowie der Werbeakademie Marquardt (WAM). Andererseits zahlen auch die Hochschulen selbst noch für Technik und Räumlichkeiten.

"Wenn jetzt die größte Gruppe der Studierenden abspringt, fragen sich doch auch FH und WAM: Warum sollen wir dann noch zahlen?", sagt Christian Beisenherz, Finanzvorstand des Trägervereins eldoradio e.V. "Oder die Hochschule selbst beschließt, die Finanzierung einzustellen. Das wäre fatal. Es ist diese breite Basis, die unser Programm ermöglicht."

Dabei steht auch die Frage im Raum, ob Eldoradio überhaupt von allen Studierenden gewünscht wird. Laut StuPa-Protokoll wurde die Finanzierung nach einer Urabstimmung beschlossen, bei der die Mehrheit der Studenten sich dafür ausgesprochen hat. Im Protokoll ist aber auch vermerkt, dass diese Mehrheit nicht bindend war.

Gesprächsbereitschaft signalisiert

Immerhin - bevor die Kürzung ansteht, will das Studierendenparlament sich erst einmal informieren. Die Parlamentarier wollen die Zahlen zur Sendernutzung einholen und mit der Journalistik sprechen. Zudem soll Eldoradio selbst in der nächsten Sitzung zur Wort kommen.

Das findet auch Chefredakteurin Trelle gut: "Wir verstehen, dass Investitionen seitens des StuPa regelmäßig überprüft werden müssen. Am Montag in der StuPa-Sitzung werden wir den Standpunkt von Eldoradio sachlich deutlich machen und die offensichtlichen Missverständnisse aufklären. Der Antrag der einzelnen Delegierten basiert unserer Meinung nach auf falschen Informationen über Eldoradio."

Das Studierendenparlament war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Anmerkung: Der Autor dieses Artikels ist selbst Student der Journalistik Dortmund und hat im Rahmen seines Studiums bei Eldoradio gearbeitet. Natürlich hat er sich dennoch um eine sachlich-neutrale Darstellung des Konflikts bemüht.

 
 

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