Dortmunder Tipps für Südafrika zur Fußball-WM

Dortmunds WM-Organisator 2006 Gerd Kolbe (4. von links) war mit Helmut Hausmann (2. von rechts) zum Erfahrungsautausch zwölf Wochen in Südafrika.
Dortmunds WM-Organisator 2006 Gerd Kolbe (4. von links) war mit Helmut Hausmann (2. von rechts) zum Erfahrungsautausch zwölf Wochen in Südafrika.
Foto: Gerd Kolbe

Dortmund. WM-Maskottchen werden in Asien hergestellt, Händler ohne Lizenz bekommen Stadien nur von Weitem zu sehen und Hotels wurden von einem FIFA-Partner regelrecht über den Tisch gezogen. Dennoch: „Die Südafrikaner füllen ihre Gastgeber-Rolle exzellent aus. Es ist ihre WM“, sagt Gerd Kolbe. Er muss es wissen: Kolbe und andere WM-erfahrene Dortmunder gaben vor Ort ihr Know-How aus dem Jahr 2006 weiter.

Gerd Kolbe geizt nicht mit Kritik, wenn es um den Welt-Fußballverband geht. „Die FIFA geht ohne Augenmaß an die Gegebenheiten vor Ort heran“, sagt er. „Auch beim Confed-Cup wurde viel Geld in den Sand gesetzt – zum Beispiel für völlig überdimensionierte Pressezentren.“ Trotz der strikten Vorgaben hätten die Menschen in Südafrika aber das Gefühl, dass die Weltmeisterschaft für sie und mit ihnen veranstaltet werde: „Andererseits wird ja auch viel Geld in Sicherheit, Infrastruktur und ähnliches investiert.“

Insgesamt zwölf Wochen lang sammelte Gerd Kolbe Eindrücke vor Ort. Für die Kooperation „Südafrika 2010 – Deutschland 2006: Partnerschaft mit Kick!“ machten sich auch andere WM-erfahrene Dortmunder auf die Reise: Helmut Hausmann (ehemaliger Mitarbeiter des Tiefbau-Amtes), Detlev Harries, Hauke Speth und Markus Sulk (Feuerwehr), Rainer Mackenbach (Umweltamt) und Rolf-Arnd Marewski (Fanprojekt Dortmund) gaben ebenfalls Know-How weiter.

Erfahrung statt Besserwisserei

„Wir sind nicht diejenigen, die Dinge besser wissen, sondern wir bringen Erfahrungen ein“, sagt Helmut Hausmann. Während er Tipps für die Verkehrsplanung weitergab, kümmerte sich Rainer Mackenbach um die Themen Müllvermeidung und Straßenreinigung. „Was Umweltschutz ist, wissen die Südafrikaner aber sehr genau“, sagt er.

Zu den Aspekten Brand- und Katastrophenschutz standen die Feuerwehrleute als Ansprechpartner zur Verfügung. Rolf-Arnd Marewski gründete in der Provinz Mpumalanga spontan den Fußballverein Borussia Commondale – um der Jugendarbeit einer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde auf die Sprünge zu helfen. Gleichermaßen beeindruckt waren alle Reisenden von der Gastfreundschaft. „Schon beim zweiten Besuch wurden wir wie Freunde empfangen – und nicht wie Kollegen“, sagt Hauke Speth. Helmut Hausmann pflichtet ihm bei: „Auch als Mensch habe ich in Südafrika eine ganze Menge gelernt.“

 
 

EURE FAVORITEN