Dortmunder Stadtwerke befürchten Verluste in Millionenhöhe

Die Dortmunder Stadtwerke blicken sorgenvoll auf die Koalitionsgespräche von CDU und SPD in Berlin: Die neue Bundesregierung will Verkehrsbetriebe stärker an den Kosten der Energiewende beteiligen und sie nicht mehr von der EEG-Umlage befreien. Für DSW21 würde dies einen Millionenverlust bedeuten.

Dortmund. Der Dortmunder Bus- und Bahnbetreiber DSW21 müsste schon im nächsten Jahr auf 2,4 Millionen Euro verzichten,sollten die Pläne von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) tatsächlich umgesetzt werden.
"Das ist ein Betrag, den wir nicht einfach kompensieren können", kommentierte DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung am Freitag die aktuelle Diskussion in Berlin.

Die Bundesregierung will der Industrie die über Jahre gewährten Rabatte bei den Kosten der Energiewende (EEG-Umlage) streichen. Die Befreiung von der Umlage war umstritten, weil der "Otto Normalverbraucher" sie nicht beanspruchen konnte.

Brief an Abgeordnete

Hubert Jung erkannte das Unheil aus Sicht eines Nahverkehrunternehmens schon Anfang des Jahres 2013 und forderte die Bundestagsabgeordneten in einem Brief auf, Schaden abzuwenden. Denn der Konzern steht in der Nahverkehrssparte unter hohem Kostendruck. Das Unternehmen will in den nächsten Jahren seinen Fuhrpark erneuern und auch sanieren.
Höhere Fahrpreise lassen sich nicht "mal eben" durchsetzen und wirken auch nicht durchschlagend, wie das letzte Preis-Plus um 3,5 Prozent gezeigt hat.
Hubert Jung: "Wenn wir um 3,5 Prozent erhöhen, kommen nicht automatisch 3,5 Prozent in der Kasse an." Denn die Nahverkehrskunden steigen auch wieder auf den Pkw um.

Neue Stadtbahn-Wagen gibt es 2017

In den nächsten acht Jahren muss DSW21 gut 150 Millionen Euro netto für einen modernen Nahverkehr investieren. "2017 sind die ersten neuen Wagen sichtbar", sagt Jung über den Inventions-Fahrplan, der teilweise vor 40 Jahren gebaute Fahrzeuge ablösen soll.
Bis zu 26 neue Bahnen und 16 Erweiterungen stellen das Unternehmen vor große finanzielle Herausforderungen. Anfang Dezember legt der Vorstand des Nahverkehrsunternehmens seinem Aufsichtsrat den Plan vor, der mit neuen Bahnen in die Zukunft führen soll.

Protest der Industrie

Im Hintergrund versuchen auch andere Industriezweige, das Aus der EEG-Umlage abzuwenden. Die Funktionäre versuchen, Einfluss auf die Koalitionsverhandlungen zu nehmen. "Ich bin nicht pessimistisch, das dies gelingt", sagt Jung dazu und nennt einen Grund, dem er mit Blick auf die Umwelt ein hohes Gewicht beimisst:
"Sollte die Befreiung für die EEG-Umlage wegfallen, gerät ausgerechnet das Verkehrsmittel in Schieflage, das im Innenstadtverkehr die wenigsten Emissionen produziert."

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