Dortmunder Schulen haben kein Geld für Klassenfahrten mehr

Rolf Maug
Das Geld für Lehrerzuschüsse zu Klassenfahrten wird knapp — auch in Dortmund.
Das Geld für Lehrerzuschüsse zu Klassenfahrten wird knapp — auch in Dortmund.
Foto: Markus Schumacher
Es ist noch nicht mal März — da muss dem Schulleiter des Bert-Brecht-Gymnasium schon kein Lehrer mehr mit einer Klassenfahrt kommen. Der Zuschuss-Topf des Landes ist längst leer. Das habe es so früh im Jahr noch nie gegeben. Auch an den anderen Dortmunder Schulen nicht.

Dortmund. Der Zuschusstopf des Landes, aus dem Direktor Wolfgang Hardering die Reise- und Unterbringungskosten der Aufsicht führenden Lehrer begleicht, ist längst leer. Das hatte es so früh im Jahr noch nie gegeben. Auch an den anderen Dortmunder Schulen nicht.

Das Gymnasium im Westen ist möglicherweise ein Extrem-, aber ganz bestimmt kein Einzelfall. Denn was Generationen von Lehrern bislang nur gewurmt und geärgert hatte - ihre Kosten bei Klassenfahrten aus der eigenen Tasche zu bezahlen oder sich von Veranstaltern „aushalten“ zu lassen - hat sich zu einem handfesten Problem ausgeweitet.

Ein kluger Kopf, der partout nicht rund um die Uhr arbeiten und dafür auch noch zahlen wollte, zog gegen seine Arbeitgeberin, das Land NRW, vor Gericht und bekam - immerhin am Bundesarbeitsgericht - das bessere Ende für sich. Urteil: Entweder das Land übernimmt die Kosten des Lehrers in voller Höhe - oder die Klasse bleibt zu Hause.

Dass es je soweit kommen könnte, ahnte niemand, als das Bert-Brecht-Gymnasium im Januar vier siebte Klassen zwecks Ski-Freizeit nach Südtirol schickte. Kaum waren die Pennäler zurück, war plötzlich alles ganz anders: Bodensee im Zuschusstopf. Dabei stehen auch in diesem Jahr wieder mehr als 20 weitere Fahrten, Unterrichtsgänge und Schulungsaufenthalte in der Planung.

Als vierzügige Schule mit etwas über 1000 Schülern stehen dem Bert-Brecht jährlich etwa 2200 Euro zur Verfügung. Praxis bisher: Das Geld wurde auf alle Lehrer aufgeteilt, die Kosten geltend machten. „Unser Budget reichte aber immer nur aus, um die tatsächlich anfallenden Kosten zu zehn bis 20 Prozent zu decken“, berichtet Schulleiter Wolfgang Hardering. In diesem Jahr reichte die Landesknete gerade mal für die Ski-Sause im Januar. Weitere Fahrten darf Hardering nicht mehr erlauben. Selbst dann nicht, wenn sich der Lehrer selbst, ein Abgeordneter oder eine Firma als Sponsor anbietet.

„Nur Fahrten, für die es bis Ende Januar schon feste Verträge gab, dürfen wird im Zuge einer Übergangsregelung noch abwickeln“, sagt Hardering. „Entsprechend wird unser Budget nachträglich aufgestockt.“

Natürlich stirbt auch und gerade an einer Schule, die nach Bert Brecht benannt ist, die Hoffnung zuletzt. Direktor Hardering setzt noch auf ein kleines Wunder. „Vielleicht wird die Landesregierung den Fonds ja verdoppeln.“ Um alle geplanten Fahrten abwickeln zu können, braucht es jedoch ein großes Wunder. 30 statt (bisher) sechs Millionen Euro im Landesetat 2013? „Das wird das Land eher nicht machen.“