Dortmunder Schule bleibt ohne Tadel für BVB-Meisterfeier

Teresa Stiens
An einer Grundschule in Dortmund begann der Unterricht am Tag nach der großen Meisterfeier zwei Stunden später. Die Schulleiterin wollte mit den Kindern die Meisterschaft des BVB feiern. Danach beschwerte sich ein Vater.
An einer Grundschule in Dortmund begann der Unterricht am Tag nach der großen Meisterfeier zwei Stunden später. Die Schulleiterin wollte mit den Kindern die Meisterschaft des BVB feiern. Danach beschwerte sich ein Vater.
Foto: firo

Dortmund. Der Morgen des 16. Mai war für die Schülerinnen und Schüler der Libellen-Grundschule in der Dortmunder Nordstadt ein ganz besonderer. Nach der großen Meisterfeier des BVB sollte nun eine für die kleinen Fans folgen. Doch es gab Ärger.

Die Kinder durften statt um 8 Uhr erst um 10 Uhr in der Schule erscheinen und das auch noch in Fankluft. Um das Fußballereignis formvollendet zu feiern, hatte die Schulleitung den Schulbeginn um zwei Stunden nach hinten verlegt und den Tag der schwarz-gelben Heimatkunde gewidmet. Die Kleinen durften kicken und eine BVB-Doku gucken. Einem Vater gefiel das gar nicht. Er wollte der Schule die Rote Karte zeigen und wandte sich ans Schulministerium.

Meisterfeier der Mini-Fans. Die Schule hatte alles durchdacht und war taktisch bestens aufgestellt: Der ausgefallene Unterricht sollte noch in derselben Woche nachgeholt werden. Selbst blau-weiß und andersfarbig gekleidete Schulkinder durften wie immer die Schulbank drücken. Alles lief perfekt. Zu diesem Zeitpunkt ahnte jedoch noch niemand, welche Auswirkung diese Nachwuchsförderung in Sachen Fankultur haben würde.

Vater wandte sich ans Ministerium

Ein empörter Vater wandte sich an das NRW-Schulministerium. Den Schulbeginn einfach zu verlegen und ganz nebenbei auch noch auf eigene Faust eine „Schuluniform“ einzuführen, das könne doch wohl nicht im Sinne des Landes sein. Da es sich hierbei um eine offizielle Anfrage handelte, begannen die Mühlen der Bürokratie zu mahlen: Das Schulministerium in Düsseldorf leitete den Fall an die Bezirksregierung und die ans Schulamt Dortmund weiter.

Zum Glück ist Schulamtsdirektor Bernhard Nolte beides: ein Mann mit Augenmaß und ein BVB-Fan. Natürlich habe man im Rahmen der formalen Wege mit der Schulleitung gesprochen und alle Unklarheiten ausgeräumt. Ergebnis: „Die Schule hat das wunderbar gemacht, sie hat ein aktuelles Ereignis aufgegriffen und im Unterricht aufbereitet.“ Man müsse ja nicht immer nur traurige Anlässe in der Schule besprechen. Nolte gibt der Schule die Note „sehr gut“. „Wenn man es schafft, dass sich 25 Nationalitäten mit einem Ereignis - wie etwa der BVB-Meisterfeier - identifizieren, ist das doch klasse.“ Das könne man bei den nächsten drei Meisterfeiern durchaus wiederholen, so Nolte, der die Schule ausdrücklich lobt. Und auch mit Kritik nicht spart: „Heutzutage beschwert sich jeder über alles“, fehle nur noch, dass sich demnächst jemand über Karneval beschwert.