Dortmunder Oktoberfest muss wohl umziehen

Ein Prosit der Gemütlichkeit – auf der Dortmunder Wiesn war’s den Anwohnern zu laut.
Ein Prosit der Gemütlichkeit – auf der Dortmunder Wiesn war’s den Anwohnern zu laut.
In München ist auf der Wiesn um 23 Uhr Schluss – in Dortmund nicht. Bislang. Denn beim Oktoberfest 2011 an der Westfalenhalle klagten Anwohner über Lärm und laute Musik nach Mitternacht. Messungen zeigten: Richtwerte wurden deutlich überschritten.

Dortmund. Ausgefeiert! Im September 2011 hielt weiß-blaues Brauchtum an den Westfalenhallen Einzug. Zumindest was den Verzehr von Weißbier und Haxen anging. Zünftig sollte es zugehen beim Oktoberfest. Und der Westfale sollte bayerisches Flair vor der Haustür erleben. Doch es gab Dortmunder, denen die Gaudi zu viel wurde. So wie Ulrich R., der den Beschwerdeausschuss anrief. Er berichtete von Lärm und Ruhestörung an vier Wochenenden bis ein Uhr nachts. Neben normaler Musikbeschallung in extremer Lautstärke auch mikrofonverstärkte unartikulierte Schreie - „offenbar im Rahmen irgendwelcher Spielchen und Wettbewerbe“.

750 Meter Luftlinie wohnt der Dortmunder vom damals aufgestellten Festzelt entfernt. Und er war sich sicher, dass die bajuwarische Dauerbeschallung auch halb Brünninghausen, also mehrere hundert Anwohner betraf.

Bajuwarische Dauerbeschallung

Beschwerden, die erstmalig am 28. September bei der Stadt eingingen, stießen dort nicht auf taube Ohren. Schallpegelmessungen wurden durchgeführt und festgestellt, dass an allen Orten, die normalen Richtwerte „teilweise deutlich überschritten wurden“. Das teilt Stadtrat Manfred Lürwer jetzt dem Beschwerdeausschuss schriftlich mit. Die Musik sei „gut zu hören gewesen, die Texte der Lieder sogar teilweise verständlich“.

Um so verwunderlicher, da die Erlaubnis Musikdarbietungen gleich welcher Art nicht einschloss. Im Gegenteil: Ab 22 Uhr sollten alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden, dass die Nachtruhe weder durch den Veranstalter noch durch Gäste gestört werde. Ergebnis: Man habe sich, so Lürwer darauf verständigt, dass eine derartige Veranstaltung an den Hallen nicht mehr zugelassen werde. Sollte eine Prüfung durch die Veranstalter jedoch einen „einklagbaren Rechtsanspruch auf Erlaubniserteilung“ ergeben, würde die Sperrzeit auf null Uhr festgelegt und Musikdarbietungen jeder Art verboten.

 
 

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