Dortmunder Neonazis greifen nach Demo-Ende Polizisten an

Peter Bandermann, Tobias Großekemper, Oliver Volmerich, Thomas Thiel, Helena Brinkmann, Matthias vom Büchel, Mahad Theurer, Pia Marie Braun, Annika Fischer, Stefan Reinke
Mit aufblasbaren Würfeln wollten Demonstranten den Weg der Neonazis blockieren.
Mit aufblasbaren Würfeln wollten Demonstranten den Weg der Neonazis blockieren.
Foto: Tobias Großekemper
  • 900 Rechtsextremisten bei Demo in Dortmund
  • Mehrere tausend Polizisten im Einsatz
  • Bei Auseinandersetzungen wurden mehrere Beamte verletzt

Dortmund. Es war einer der größten Polizeieinsätze in Dortmund der vergangenen Jahre: Mehrere Tausend Beamte sicherten am Samstag einen Aufmarsch von Neonazis aus ganz Deutschland. Rund 900 Rechtsextremisten trugen ihren “Widerstand gegen Überfremdung” zum angeblich achten “Tag der deutschen Zukunft” in die Stadt, die ohnehin mit einer starken rechten Szene kämpft.

Am späten Abend griffen Rechte Polizisten an

Auch lange nach Abschluss der Demos hatte die Polizei noch alle Hände voll zu tun: Gegen 23 Uhr griffen Rechtsextreme mehrere Polizisten an. Zuerst hatten die Neonazis Pyrotechnik gezündet. Als die Beamten einschritten, kam es zu Übergriffen. Dabei bekamen die 15 Angreifer Unterstützung von 60 weiteren Personen aus dem rechten Spektrum, die sich in unmittelbarer Nähe befanden. Die Rechtsextremisten griffen die Beamten mit Pfefferspray und einem Feuerlöscher an.

Ein Beamter wurde verletzt. Die Angreifer wurden vorläufig festgenommen, ihre Sympatisanten wurden durchsucht. Die Polizisten fertigten mehrere Anzeigen. Der Ort ist einschlägig bekannt: Die Thusneldastraße in Dorstfeld gilt als Schwerpunkt der Dortmunder Naziszene. Hier und in benachbarten Straßen leben mehrere Neonazis.

2500 Gegendemonstranten aus dem linksautonomen Spektrum

Bei Auseinandersetzungen rund um die Demo am Samstag mit etwa 2500 Gegendemonstranten aus dem linksautonomen Spektrum wurden mehrere Polizisten verletzt. Etwa dieselbe Anzahl friedlicher Demonstranten, an ihrer Spitze Oberbürgermeister Ullrich Sierau, versuchte vergeblich, die Rechten aufzuhalten.

In der multikulturellen Nordstadt durften die Neonazis nicht aufmarschieren, ihren genauen Weg aber hatte die Polizei bis zum letzten Moment geheimgehalten. Trotzdem bekamen am frühen Samstagmorgen Autonome Wind von der Strecke, die nicht, wie angekündigt, am Hauptbahnhof startete, sondern im westlichen Stadtteil Dorstfeld -- Hochburg der Dortmunder Szene - und von dort über mehrerer Kilometer weiterzog nach Huckarde. Immer wieder versuchten die Linken, mit Sitzblockaden, aber auch vereinzelten Flaschen- und Steinwürfen, den Zug zu stoppen, der sich dadurch um Stunden verzögerte. Erst am Abend zogen die Rechtsextremisten unter Polizeibegleitung wieder ab.

In der Nordstadt kesselten die Beamten, die aus 15 Bundesländern angerückt waren, zeitgleich mehrere Hundert Linksautonome ein. Auch hier brodelte die Stimmung. Redner warfen den Einsatzkräften vor, den Rechten “den Roten Teppich ausgerollt zu haben”. Die wiederum bezeichneten ihre Gegner, auch die friedlichen, unter anderem als “wildgewordene Geisteskranke”. Während die Neonazis für “Refugees not welcome” auf die Straße gingen, forderten mehrere Dortmunder Bürgerbündnisse: “Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge.”

In Dortmunds Innenstadt, in der zeitgleich mehrere große Feste gefeiert wurden, hatte Sierau am Morgen das Fest der Chöre eröffnet: So sei Dortmund wirklich, “gelebte Vielfalt statt importierter Gewalt”.

Der Live-Ticker zur Demo zum Nachlesen 

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Rund 1000 Nazis marschierten von Unterdorstfeld nach Huckarde
  • Massives Polizeiaufgebot in der Innenstadt und in den betroffenen Stadtteilen
  • Größte Gegendemo startete um 11 Uhr am Dortmunder U - danach Demo-Zug nach Dorstfeld
  • Der Morgen verlief ohne Zwischenfälle
  • Auf Seiten der Neonazis laufen aggressive Gewalttäter und Hooligans mit
  • Linksautonome versuchten vereinzelt, zur Nazi-Demo durchzubrechen und diese zu blockieren
  • Zusammenstöße zwischen Autonomen und Polizei in Huckarde
  • Mehrere Hundert Antifa-Mitglieder treffen sich am Hafen

20.23 Uhr: "Bunt statt braun"-Organisator spricht von "großartigem Erfolg"

Im ehemaligen Zentrum des Geschehens - Dorstfeld und Huckarde - ist auch wieder Ruhe eingekehrt. Das Fest auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld, wo auch die Demo unter dem Motto „Bunt statt braun“ endete, ist im Laufe des Nachmittags ausgeklungen. Friedrich Stiller vom Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus sprach angesichts der Zahl von 3000 Demonstrations-Teilnehmern von einem "großartigen Erfolg". Er sei sicher, dass die Nazis bei der Begegnung in Dorstfeld gehört hätten, dass sie in Dortmund nicht willkommen seien.

Ähnlich fiel das Fazit von Oberbürgermeister Ullrich Sierau auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld aus: "Wir haben heute in besonderer Weise gezeigt, dass wir eine Stadt der Vielfalt sind", sagte Sierau. "Die Nazis haben spüren können, dass sie hier unerwünscht sind."

20.11 Uhr: Abschlusskundgebung der Antifa-Demo zu Ende

Die Antifa-Demo, die laut Polizei mittlerweile auf fast 1000 Teilnehmer angewachsen ist, hat den Hauptbahnhof erreicht. Nach einer kurzen Abschlusskundgebung an der Gedenkstätte für die NSU-Opfer löst sich die Demo jetzt auf.

19.53 Uhr: Antifa-Demos sind jetzt vereint

Die beiden Protestzüge der Nazigegner an der Kreuzung Uhlandstraße/Mallinckrodtstraße sind jetzt vereint. Die Demo mit jetzt rund 700 Teilnehmern läuft jetzt in Richtung Hauptbahnhof. Offizielles Ziel ist die Gedenkstätte für die NSU-Opfer vor dem Nordausgang des Hauptbahnhofs.

19.38 Uhr: Nazis waren im Hauptbahnhof eingekesselt

Laut unserem Reporter war eine große Gruppe von Nazis im Hautbahnhof von der Polizei eingekesselt. „Es muss irgendeinen Vorfall gegeben haben“, sagt er. Nun haben die Polizisten die Nazis aber gehen lassen. Diese bewegen sich jetzt frei im Bahnhof, manche sind auf dem Weg in die Stadt, andere zu den Gleisen. Die Situation ist sehr unübersichtlich.

19.34 Uhr: S1 fährt wieder

Die Deutsche Bahn meldet, dass die S-Bahn-Linie 1 wieder im Einsatz ist und die Bahnen auch in Dorstfeld halten.

19.32 Uhr: Anwohner versorgen eingekesselte Antifa mit Essen und Geträenken

Unterstützung für die eingekesselten Nazigegner in der Nordstadt: Bewohner des Hauses an der Mallinckrodtstraße, an dessen Wand die Antifaschisten stehen, versorgen die Demonstranten aus den Fenstern mit kleinen Essenspaketen und Getränken. Verwirrung gibt es wegen des Grundes des Demo-Halts: Laut Polizei sind die Demonstranten aus eigenem Wunsch stehengeblieben, es sei auch eine Zwischenkundgebung angemeldet worden. Gerade ist eine zweite Antifa-Gruppe dazugestoßen, sie wird nun mit den Eingekesselten vereint.

19.20 Uhr: Nazis sind mit Zügen unterwegs

Am S-Bahnhof in Huckarde sind nun keine Nazis mehr. Rund 300 sollen Richtung Dorstfeld gefahren und da aus- oder umgestiegen sein. Die anderen sind am Hauptbahnhof angekommen und haben sich auf anderen Züge verteilt oder laufen noch im Bahnhof herum. Die Polizei hat den Eingang verstellt und kontrolliert die Leute, die herein wollen.

19.06 Uhr: Extrem viel Polizei am Hauptbahnhof

Am und im Hauptbahnhof ist momentan ein extrem hohes Polizeiaufgebot. Erste Nazis sind schon dort angekommen, mit der Bahn aus Huckarde werden noch viele nachkommen. Laut Polizei sind auch Nazigegner auf dem Weg dorthin. Außerdem sind viele unbeteiligte Reisende dort. „Es ist sehr eng und voll“, berichtet unser Reporter vor Ort. Reisende sollten sich auf längere Wartezeiten einstellen.

18.55 Uhr: Mehrere verletzte Polizisten und beschädigte Einsatzwagen

Die Polizei meldet, dass Unbekannte vor der Polizeiwache in der Nordstadt mehrere Steine und Brandsätze gegen drei Einsatzfahrzeuge geworfen haben. Die Wagen wurden beschädigt. "Nur mit Glück ist am Nachmittag auf der Rahmer Straße ein Polizeibeamter einer Verletzung entgangen", schreibt die Polizei. "Aus einer Gruppe Linksautonomer wurde er mit einem Stein beworfen. Dabei ging sein Einsatzhelm zu Bruch."

Nach Aussage von Polizeisprecher Oliver Peiler gibt es mehrere verletzte Polizisten.

18.47 Uhr: Die Nazi-Demo ist vorbei

Die Neonazis sind nun am S-Bahnhof Huckarde angekommen. Die Demo ist beendet. Die Rechtsextremen werden nun von der Polizei in S-Bahnen in Richtung Hauptbahnhof gesteckt.

18.40 Uhr: Antifa-Demo in der Nordstadt gestoppt

Die Demonstration der Antifa wurde an der Ecke Mallinckrodtstraße/Uhlandstraße von der Polizei gestoppt. Die über 500 Leute bewegen sich seit mindestens zehn Minuten nicht mehr vorwärts. Die Polizei nannte bei einer Durchsage Verstöße gegen das Vermummungsverbot als Grund. Sie kündigte an, dass Personalien aufgenommen werden sollen und die Versammlung gefilmt wird.

Ein Grund für den Stopp könnte aber auch die Abreise der Neonazis sein. Die Rechtsextremen sind gerade auf dem Weg zur S-Bahn-Station Huckarde. Von dort sollen sie den Heimweg antreten - vermutlich über den Hauptbahnhof.

18.35 Uhr: Nazi-Demo 2017 in Karlsruhe

Bei der Abschlusskundgebung eben wurde übrigens bekannt, dass der sogenannte "Tag der deutschen Zukunft" 2017 in Karlsruhe stattfinden soll.

18.27 Uhr: Nazis marschieren los

Die Abschlusskundgebung der Nazis ist vorbei, jetzt setzt sich die Demo in Bewegung in Richtung des S-Bahnhofs Huckarde, von wo die Nazis über den Hauptbahnhof abreisen werden.

18.17 Uhr: Antifa-Demo in der Nordstadt

Am Marktplatz in Huckarde sind nur noch einzelne Nazigegner, auch die Polizei zieht sich zurück. Am Nordmarkt haben sich die Antifaschisten jedoch erneut versammelt und ziehen in Richtung Hauptbahnhof. Mindestens 500 Nazigegner sind momentan an der Mallinckrodtsraße unterwegs und werden von zahlreichen Polizisten eskortiert. Es wurden Feuerwerkskörper gezündet – allerdings nur in den eigenen Reihen. Bisher kam es nicht zu Handgreiflichkeiten.

18.15 Uhr: Abschlusskundgebung der Nazis

Doch bevor es für die Nazis losgeht, gibt es noch eine Abschlusskundgebung.

17.54 Uhr: Den Nazis gefällt der Bahnhof nicht

Die Neonazis klagen, der Bahnhof, die Stadtbahn-Haltestelle "Huckarde Bushof", sei zu klein und es hielten dort zu wenig Züge. Das habe die Polizei erst jetzt gemerkt. Offenbar wird jetzt tatsächlich erwogen, einen anderen Bahnhof zu suchen. Sie wollen mit der S-Bahn fahren.

17.47 Uhr: Nazis sind am Ziel

Die Nazis haben ihr Ziel erreicht. Natürlich nicht ihr "politisches", sondern lediglich das Ziel ihres Marsches, den Bahnhof Huckarde. Von dort soll die Abreise erfolgen.

17.46 Uhr: Drei verletzte Polizisten

Bislang meldet die Polizei drei verletze Beamte. Einem sei durch einen Steinwurf der Helm gesplittert.

17.43 Uhr: Lage auf dem Marktplatz entspannt sich

Die Lage auf dem Marktplatz hat sich entspannt. Eine große Gruppe von etwa 100 Nazigegnern hat den Platz verlassen - Ziel: unbekannt.

17.17 Uhr: Demo-Zug marschiert weiter - Festnahme in Huckarde

Die Nazis stellen sich zum Weitermarsch auf. Anstatt am Marktplatz vorbei geht es über die Urbanus- und die Varzinerstraße zum Bahnhof Huckarde-Nord, dem Endpunkt des Demozugs. Ein paar Bürger rufen "Nazis raus!"

Auf dem Huckarder Marktplatz ist derzeit "richtig Druck auf dem Kessel", sagt unser Reporter. Der Grund: Immer wieder gehen Beamte der Berliner Polizei, die als Unterstützung in Dortmund im Einsatz sind, in die Menge der Demonstranten hinein und greifen Menschen raus, von denen sie glauben, dass sie eine Straftat begangen haben - etwa das Werfen von Flaschen. Bisher gab es schätzungsweise fünf bis sechs Festnahmen, so genau kann man das aber nicht sagen, da die Lage so unübersichtlich ist.

Der Piraten-Politiker David Grade schreibt auf Twitter, er habe beobachtet, wie Polizisten andere Polizisten zurückhalten mussten. Andere kritisieren speziell das Vorgehen der Berliner Einsatzkräfte, die für gewaltsames Einschreiten bekannt seien.

Die Polizei hat wiederholt Ansagen gemacht, sich von Straftätern fernzuhalten - daran hält sich aber keiner. Um Festnahmen zu verhindern, bilden die Demonstranten immer wieder Menschenketten.

16.57 Uhr: Unübersichtliche Situation auf dem Marktplatz

Die Lage auf dem Marktplatz bleibt angespannt. Bei den Auseinandersetzungen eben gab es Faustschläge von Polizisten gegen Demonstranten ebenso wie Flaschenwürfe von Demonstranten auf Beamte. Aus der Menge wurden Festnahmen verhindert. Es war eine sehr unübersichtliche Situation, berichten unsere Reporter vor Ort.

16.45 Uhr: Unruhe auf dem Marktplatz

Etwas entfernt auf dem Huckarder Marktplatz ist die Stimmung zwischen Gegendemonstranten und Nazis aufgeheizt. Es gibt Rangeleien, Angriffe von beiden Seiten, die Polizei setzte Pfefferspray ein. Jetzt hat sich die Lage wieder etwas beruhigt.

16.30 Uhr: Nazis in Huckarde angekommen - Zwischenkundgebung

Die ersten Nazis sind nun im Huckarder Zentrum angekommen. Dort schirmt die Polizei die rechten Demonstrierenden ab. Die Stimmung unter den rund 300 Gegendemonstranten auf dem Marktplatz heizt sich langsam auf, die Sichtschutzwände der Polizei haben sie laut unserem Reporter vor Ort schon abgerissen. Hinter den Blockaden stehen Wasserwerfer der Polizei bereit.

Von den Nazis ist nichts zu sehen, nur ihre Parolen sind zu hören. Aus den Reihen der Gegendemonstranten sind Spiegelbarrikaden-Würfel geworfen worden. Die Polizei hat sie einkassiert und die Luft herausgelassen.

Die Nazis halten nun etwas entfernt ihre angekündigte Zwischenkundgebung am Urbanusplatz ab. Es redet der ehemalige Dortmunder Feuerwehrchef Klaus Schäfer, der seit einigen Jahren Kontakte zur rechtsextremen Szene hält.

16.22 Uhr: Gegendemonstranten werfen mit Spiegelwürfeln

Der Demozug stoppt. Einige Gegendemonstranten haben Spiegelwürfel aufgebaut und auch einige auf Polizisten geworfen. Die Polizei zerschneidet die Würfel, etwa zehn Stück. Die Nazis sind auf der Rahmer Straße im Abstand von etwa 30 Metern an einigen vermummten Autonomen vorbeigeführt worden. Weitere Autonome hatten sich in einem Gebüsch versteeckt. Aber es blieb alles friedlich.

16.16 Uhr: Hochzeit mit Polizeischutz

Die Nazi-Demo hat jetzt die Rahmer Straße erreicht. Bisher gibt es keine Vorkommnisse, meldet unser Reporter vor Ort.

Kuriose Geschichte am Rande: Offenbar hat ein Brautpaar in Huckarde eine ziemlich besondere Hochzeit gefeiert. Die Hochzeitskutsche bekam eine Polizeieskorte.

Neue Gegendemo angemeldet 

Das Bündnis "Dortmund stellst sich quer" hat für den Huckarder Markt eine neue Gegenkundgebung angemeldet und fordert, dass allen Nazi-Gegner die Möglichkeit gegeben wird, zu protestieren.

16 Uhr: Warum eigentlich Huckarde?

Ursprünglich wollten die Nazis durch die migrantisch geprägte Nordstadt marschieren. Das untersagte die Polizei. Von den Organisatoren war nun zu hören, dass die Wahl für die neue Marschroute auf Huckarde gefallen sei, weil es dort vor einigen Wochen eine Diskussion um eine neue Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge gab.

15.59 Uhr: Straßensperrungen, Stadtbahn fährt nicht

Durch die Demo gibt es natürlich erhebliche Verkehrsbehinderungen. Auch wenn die Demonstranten schon längst weg sind, ist die Wittener Straße immer noch gesperrt. Das gleiche gilt seit dem Vormittag auch für die Mallinckrodtstraße beziehungsweise die OWA IIIa. Sie wird von der Polizei für "Einsatzzwecke" benötigt. Dass dadurch keine Antifa-Aktivisten nach Huckarde kommen konnten, ist bestimmt ein nützlicher Nebeneffekt.

Außerdem ist die Stadtbahn-Linie U47 nach Huckarde unterbrochen. DSW21 hat die Oberleitungen geerdet - wohl aus Sicherheitsgründen.

15.47 Uhr: Dorstfelder zeigen Nazis Spiegelwürfel-Wand

Kurz bevor die Gegendemo in Dorstfeld aufgelöst werden sollte, haben die Aktivisten noch einmal die Spiegelwürfel zu einer Wand aufgebaut: Die Nazigegner hatten den Zug der Neonazis entdeckt, der über die Bürgerstraße zog.

Kurzentschlossen hielten sie den Rechten vom Dorstfelder Hellweg in der Nähe der U-Bahn-Haltestelle Wittener Straße aus „den Spiegel vor“.

15.41 Uhr: Hubschrauber über Huckarde

In Huckarde herrscht eine Art Ruhe vor dem Sturm. Niemand ist auf den Straßen der angrenzenden Siedlungen unterwegs. Über dem Stadtteil kreist schon seit einiger Zeit ein Polizeihubschrauber, um Antifa-Gruppen zu erspähen, bevor sie die Demo-Route erreichen.

15.38 Uhr: Demo erreicht Niemandsland

Die Nazis sind mittlerweile im Niemandsland zwischen Dorstfeld und Huckarde angekommen, im Gewerbegebiet an der Kreuzung Arminius- / Höfkerstraße. Wasserwerfer fahren voraus, um etwaige Hindernisse zu beseitigen, die Nazis laufen in einem engen Spalier von Bereitschaftspolizei. Am Straßenrand steht niemand.

15.28 Uhr: Gegenprotestler sind sauer

Huckarde ist abgeriegelt, es gibt kein Durchkommen für Nazi-Gegner, die sich am Protest beteiligen wollen.

15.24 Uhr: Blockade der Strecke

Laut Antifa gibt es eine Sitzblockade in Huckarde. Die Polizei räume diese mit Hunden und Pfefferspray.

15.18 Uhr: 300 Nazi-Gegner warten in Huckarde

Am Huckarder Markt bereiten sich rund 300 Nazigegner auf das Eintreffen der Neonazis vor. Sie wollen den Weg der Demonstranten blockieren, der direkt durch Huckarde verläuft. Mit Spiegelwürfeln und einer Sitzblockade warten sie auf die Nazis.