Dortmund

Dortmunder „Nazi-Kiez“: Mit dieser radikalen Aktion wehren sich die Bürger jetzt gegen Rechtsextreme

Die Polizei steht vor einem Haus im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld, bei dem Reichsflaggen aus dem Fenster hängen.
Die Polizei steht vor einem Haus im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld, bei dem Reichsflaggen aus dem Fenster hängen.
Foto: dpa

Dortmunder haben am Freitagmorgen ein Zeichen in ihrer Stadt gesetzt! Unter dem Schutz der Polizei haben Graffitikünstler Nazi-Schmierereien in Dortmund-Dorstfeld übersprüht.

Sie überdeckten damit Parolen auf einer Wand in einem Straßenzug, den dort lebende Rechtsextremisten als vermeintlichen „Nazi-Kiez“ für sich reklamieren. Dortmund-Dorstfeld gilt als eine bundesweit bekannte Hochburg und als Rückzugsort der Nazi-Szene.

Mit der Aktion in der Emscherstraße am Freitagmorgen wollen Stadt, Polizei und engagierte Bürger ein Zeichen gegen rechte Hetze und Rechtsextremismus setzen. Die Farbschmierereien seien vielen Bürgern seit Jahren ein Dorn im Auge, teilte die Stadt mit.

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Den Rechtsextremisten dienten sie zur Abschottung, Andersdenkende sollen dadurch eingeschüchtert und abgeschreckt werden. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) machte sich ein Bild des Einsatzes.

Auch Herbert Reul besuchte die Aktion der Künstler

Reul: „Den Neo-Nazis darf man keinen Millimeter Raum geben. Deshalb ist es eine tolle Sache, dass sich die Bürger, die Stadt und die Polizei gemeinsam gegen die rassistischen Hetzer stellen und deren widerliche Schmierereien entfernen. Das nenne ich gelebte Null-Toleranz gegen Rassismus und Hetze", so der Minister.

In 2015 wurde in Dortmund die sogenannte „Soko Rechts“ gegründet. Seitdem sind die rechtsextremistischen Straftaten in der Stadt um 40 Prozent gesunken.

Im Zuge der „Null-Toleranz“-Strategie der Regierung wurde bereits im März von der Polizei geplant den Bereich des Nazi-Kiezes mit Videokameras zu überwachen. >>> hier mehr dazu. Ein halbes Jahr ist seitdem vergangen. Noch stehen die Kameras aber nicht. Die Finanzierung sei aber schon in Aussicht gestellt, wie die Polizei deutlich macht. (js mit dpa)

 
 

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