Dortmunder muss seiner Frau 213.208 Euro in Gold zahlen

Das wird teuer: Ein Dortmunder iranischer Herkunft muss seiner Ehefrau Goldmünzen im Wert von über 210.000 Euro auszahlen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden. Denn: auch in Deutschland gilt ein Ehevertrag aus dem Iran.

Dortmund.. Die Eheleute, die inzwischen getrennt in Dortmund leben, hatten im Iran einen Ehevertrag abgeschlossen. Der sah auch eine sogenannte Morgengabe vor.

800 Goldmünzen aushändigen


Das Wort Morgengabe hört sich freundlich an, für einen 33-Jährigen hat es harte Konsequenzen: Seine Ehefrau besteht darauf, dass der Mann ihr 800 Bahaar-Azadi-Goldmünzen aushändigt. Diese Münzen haben heute einen Wert von mindestens 213.208 Euro.


Als das Paar 2001 im Iran einen notariellen Ehevertrag abschloss, war ihn im auch die Verpflichtung enthalten, dass der Mann seiner Frau auf Verlangen diese Münzen auszuhändigen habe. Nach der Trennung der Eheleute im Jahre 2007 hat die Ehefrau ihren Mann auf Leistung der Morgengabe verklagt.

Morgengabe für den Scheidungsfall


Die Morgengabe soll nach dem iranischen Zivilrechts die Ehefrau vor dem Verstoßen durch den eigenen Mann schützen und im Falle einer Trennung finanziell absichern. Ein Großteil der Morgengabe wird nach islamischer Rechtsordnung erst im Falle einer Scheidung fällig.
Der 33-Jährige und die 29-Jährige sind mittlerweile deutsche Staatsbürger, in einem ersten Verfahren vor dem Amtsgericht Dortmund war noch anders entschieden worden. Das Oberlandesgericht Hamm hingegen stellte fest, dass der Anspruch der Frau nach deutschem Recht zu beurteilen sei. Damit sei die Vereinbarung eben nicht nur ein religiöser Brauch, sondern rechtlich bindend.


Wertvorstellung akzeptieren

Außerdem seien die dem Vertrag zugrunde liegenden iranischen Wertvorstellungen zu respektieren, da für das Gericht nicht zu erkennen sei, dass der Mann sich bei der Abgabe des Versprechens in einer Zwangslage befunden habe. Die Vereinbarung ist nach Auffassung des Gerichts nicht sittenwidrig, selbst wenn sie die Leistungsfähigkeit des Ehemanns übersteige.

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