Dortmunder Musik-Magazin Visions wendet sich gegen Frei.Wild

Das Dortmunder Musikmagazin Visions zieht sich aus dem Sponsoring des Festivals "With Full Force" zurück. Grund ist der Auftritt der Band Frei.Wild.
Das Dortmunder Musikmagazin Visions zieht sich aus dem Sponsoring des Festivals "With Full Force" zurück. Grund ist der Auftritt der Band Frei.Wild.
Foto: Jan Dinter/WAZ FotoPool
Die Macher des Dortmunder Musik-Magzins Visions haben sich aus dem Metal-Festival "With Full Force" zurückgezogen. Der Grund ist ein gebuchter Auftritt der umstrittenen südtiroler Band Frei.Wild, die im Ruf steht, rechtsradikales Gedankengut zu verbreiten.

Dortmund. Das Metal-Festival "With Full Force" findet vom 27. bis 30. Juni in Roitzschjora ohne Unterstützung des Dortmunder Musik-Magazins Visions statt. Die Macher des Magazins haben sich von der Liste der Sponsoren streichen lassen, nachdem die Festival-Organisatoren die umstrittene südtiroler Band Frei.Wild ins Programm aufgenommen haben.

"Völkisches Gedankengut auf einem Festival für alle: Mit Frei.Wild hat das With Full Force eine Band bestätigt, die sich mit nationalistischen Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft positioniert. Visions will das nicht unterstützen und zieht sich deshalb aus der Präsentation des Festivals zurück", heißt es in einer Erklärung der Visions-Macher. Die Band sei zwar bereits im Jahr 2010 bei dem Festival aufgetreten, doch sei sie damals noch als "relativ unbekannte Deutschrock-Band" nicht weiter aufgefallen.

Deutschtümelnde und nationalistische Texte

Frei.WildIn der Erklärung bezieht sich die Visions-Redaktion auch auf eine Vorgänger-Band von Frei.Wild, die rechtsradikalen Kaiserjäger, bei denen Sänger Philipp Burger zuvor aktiv war. Burger betone zwar immer wieder, seine neue Band sei unpolitisch, doch "sprechen Frei.Wild mit doppelter Zunge: deutschtümelnde wie nationalstolze Texte werden nun mal nicht besser oder gar relativiert, wenn bei Konzerten der Band „Nazis raus!"-Sprechchöre angestimmt werden." Die Redaktion glaubt, dass die Band dem Rechtspopulismus zu sehr in die Hände spiele, um als unpolitisch gelten zu können: "Den Auftritt einer solchen Band wollen wir nicht unterstützen und ziehen uns deshalb aus der Präsentation des With Full Force zurück."

 
 

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