Dortmunder Hafen steuert Kurs Duisburg

Dortmunder Hafen, Binnenhafen, Dortmund, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Germany, Europa
Dortmunder Hafen, Binnenhafen, Dortmund, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Germany, Europa
Foto: Hans Blossey

Dortmund.  Der Kurs ist schon sei einiger Zeit festgelegt. Nun nimmt die Dortmunder Hafen AG im Schlepptau des Mutterschiffs Dortmunder Stadtwerke und voraussichtlich mit der Eurogate (Bremen) und der Hamburger Lagerhausgesellschaft Fahrt auf, um als Gesellschafter bei der Duisport AG anzudocken. Ob das Anlegemanöver am Ende der Reise gelingt, ist offen. Der Bundesfinanzminister, so wird aus seinem Hause bestätigt, will den Drittel-Anteil am Duisburger Hafen auf jeden Fall verkaufen.

Dortmund hat an dem Anteil ein strategisches Interesses. Die Anbindung des Binnenhafens Dortmund an die See- und vor allem Containerverkehre über Duisburg soll sichergestellt werden, damit die prognostizierten Umschlagszuwächse in Zukunft nicht an der Westfalenmetropole vorbeischippern. Schon seit Jahren kooperiert die Dortmunder Hafen AG mit dem Duisburger Hafen. Markus Banken, Vorstandsmitglied der Duisport AG, ist gleichzeitig auch Generalbevollmächtigter der Dortmunder Hafen AG. Eng wird aktuell zusammengearbeitet, um die geplante Erweiterung der Dortmunder Container-Umschlagskapazitäten zu stemmen.

Gegenwärtig arrondiert das Bundesfinanzministerium in Gesprächen mit der Stadt Duisburg und dem Land NRW, die jeweils auch ein Drittel der Duisport-Anteile halten, die Lage, um ein rechtssicheres und geordnetes EU-konformes Bieterverfahren in die Wege zu leiten. „Wir gehen durchaus davon aus, dass wir einen nennenswerten Erlös durch den Beteiligungsverkauf erzielen können“, wird der WAZ von einem Sprecher aus dem Bundesfinanzministerium erklärt. Offen ist, was „nennenswert“ sein dürfte. Im Jahr 2012 sollen das Verfahren und der Verkauf zu einem Ende geführt werden.

Nach mehreren Berichten in Branchenblättern interessieren sich eine ganze Reihe von Bietern für die Beteiligung, obwohl die Duisport AG in den zurückliegenden Jahren nie Gewinne ausschüttete. Unter anderem werden der Logistik-Riese Rhenus und der Hafen Rotterdam und auch ein Hedge-Fonds aus den USA als mögliche Käufer genannt. Die Landesregierung NRW hatte sich jüngst gegen eine Privatisierung der Bundesanteile und einem Verkauf an den Meistbietenden ausgesprochen. Sie will das Projekt im Schulterschluss mit der Stadt Duisburg verhindern. Die Stadtspitze Duisburgs und die Duisport AG äußern sich offiziell nicht zu den Verkaufsabsichten. Sie setzten darauf, dass auch ein Verkauf der Bundesanteile die Mehrheitsverhältnisse nicht ändern würden, weil Stadt und Land zwei Drittel behielten und so Kapitän an Bord blieben.

 
 

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