Dortmunder Giraffenbulle "Vuai" stirbt bei Transport

Der Dortmunder Giraffenbulle "Vuai" ist am Montag beim Transport nach Portugal gestorben. Offenbar erlitt das Tier eine Kreislaufschwäche.

Dortmund.. Der Dortmunder Giraffenbulle "Vuai" ist am Montag beim Transport nach Portugal gestorben. Das teilte die Stadt am Dienstag in einer Pressemitteilung mit. Kurz nach der Abfahrt versagte vermutlich "Vuais" Kreislauf. Der Transporter kehrte um, im Zoo kämpften Pfleger und Ärzte vergeblich um das Leben der Giraffe.

Am Montagvormittag wurde "Vuai" zunächst erfolgreich in den Spezialtransporter eines erfahrenen Tiertransportunternehmens verladen. Sowohl logistisch als auch technisch schien alles in Ordnung, heißt es in der Pressemitteilung. Kurz nach der Abfahrt meldeten die Fahrer, dass sich der sechsjährige Giraffenbulle niedergelegt habe - "eine für Giraffen stets prekäre Situation". Daraufhin kehrte der Transport in den Zoo zurück. Der Giraffenbulle hatte eine Kreislaufschwäche auf dem Hänger, die zum Festliegen führte. Trotz aller Bemühungen (Kreislaufmittel, Infusionen, Schockbehandlung) konnte er nicht wieder auf die Beine gestellt werden, heißt es weiter.

Einmal habe er es fast geschafft, aber es war ihm nicht möglich, die Beine für das Aufstehen unter den Körper zu ziehen. "Vuai" wird in den nächsten Tagen und Wochen untersucht, um festzustellen, ob er sich bereits beim Niederlegen im Transporthänger eine Verletzung zugezogen hat, die ihm ein Aufstehen nicht mehr ermöglichte. "Vuai" war das zweite Kalb der Giraffenkuh Gambela, die im Zoo geboren wurde, und damit ein Enkel von Giraffenbulle Ovambo, der aus Nigeria kam. Die Dortmunder Giraffen gehören zur Unterart der Angola-Giraffe und wurden hier 1986 eingeführt.

Weitere Todesfälle von Giraffen im Dortmunder Zoo

Für den Dortmunder Zoo ist es nicht der erste Todesfall einer Giraffe. "Mugambi" starb 2007 mit sechs Jahren an Herzversagen. Er hatte sich verlegen, bekam einen Krampf und konnte trotz Hilfe der Feuerwehr nicht mehr aufstehen.

Der ebenfalls sechsjährige Giraffenbulle "Tamu" erlag im November 2012 den Folgen eines Unfalls. Er war zu Boden gestürzt. Aufgrund der besonderen Anatomie von Giraffen ist dieser Zustand für das Tier lebensbedrohlich. Tamu war auch von den Höhenrettern der Feuerwehr nicht mehr aufzurichten.

Giraffen-Baby "Amana" musste mit elf Wochen eingeschläfert werden. Es hatte – vermutlich aufgrund einer Verletzung – eine Entzündung im rechten Sprunggelenk und konnte schließlich trotz tierärztlicher Bemühungen weder gehen noch stehen.

Dortmund bekommt eine andere Giraffengruppe

Hintergrund: Der Europäische Zuchtbuchführer in Gelsenkirchen hatte vor zwei Jahren entschieden, die Zucht der Angola-Giraffen allein auf die iberische Halbinsel zu verlegen – damit es erst gar nicht zu Inzuchtproblemen kommt. Dort gibt es eine größere Verteilung; denn Wildfänge in Afrika darf es laut EU-Recht nicht mehr geben.

In Dortmund wird die Giraffengruppe vermutlich durch Rothschild-Giraffen ersetzt, die über einen breiteren Gen-Pool verfügen. Der letzte Angola-Giraffenbulle soll noch dieses Jahr nach Portugal umziehen.

 
 

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