Dortmunder erzählt, wie er auf Facebook-Betrug hereinfiel

Mehrere Dortmunder fielen auf eine Betrugsmasche bei Facebook herein. Foto: dpa
Mehrere Dortmunder fielen auf eine Betrugsmasche bei Facebook herein. Foto: dpa
Foto: dpa
Mehrere Dortmunder wurden in den vergangenen Tagen Opfer von falschen Facebook-Accounts. Sie dachten, sie helfen einem Bekannten - doch stattdessen ermöglichten sie Betrügern, Geld von ihrem Konto abzubuchen. Auch Dominik Rosenow fiel auf diese Masche herein.

Dortmund. Vergangene Woche Dienstag bekam Dominik Rosenow (21) eine ungewöhnliche Nachricht auf Facebook: Ein Freund bittet ihn um Hilfe und fragt nach seiner Handynummer. Die Nummer habe der Freund nicht mehr, schrieb er. Rosenow gab seine Nummer heraus, dann begann die Massen-Abzocke in seinem Freundeskreis.

Wie ein Virus den Wirt nutzten die Täter seinen Facebook-Zugang. Sie erschlichen sich über Rosenows gespeicherte Kontakte die Handynummern von Freunden und versendeten SMS mit Pin-Nummern. Wenn die Freunde antworteten, bekamen sie die Kosten auf ihre Handyvertrags-Rechnung gebucht.

"Das geht mir tierisch auf die Nerven"

"Ich weiß mittlerweile von acht Freunden, die Opfer der Masche geworden sind, bei zwei Freunden ist ein Schaden von über 300 Euro entstanden. Seit der Attacke haben mich etwa 160 Facebook-Freunde angerufen. Ich versuche, jedem zu erklären, was passiert ist. Das geht mir tierisch auf die Nerven", sagt der 21-Jährige.

Über zehn Freunde hätten ihn zwischenzeitlich angezeigt, er selbst habe Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Wie die Abzocke genau funktioniert, ist selbst Experten ein Rätsel. Die Betrüger knackten wohl irgendwie Rosenows Facebook-Zugang, änderten seine Zugangsdaten und schrieben dann hunderte seiner Freunde auf Facebook an.

Nachricht mit Herzchen

Auch die Freunde fragten die Täter nach ihrer Handy-Nummer - in gebrochenem Deutsch und mit Herzchen untermalt. Wenn Rosenows Freunde geantwortet hatten, bekamen sie später eine Pin-Nummer per SMS auf ihr Handy. Dominik könne nicht mehr auf seinen Zugang zugreifen und bräuchte eine Bestätigung, indem die Freunde mit der Nummer antworteten, schrieben die Betrüger in seinem Namen.

Was Dominik Rosenows Freunde wohl nicht wussten: Der Code war eine Transaktionsnummer für einen Bezahldienst - die Täter konnten so im Internet Video-Spiele einkaufen.

Bei der Polizei ist die Betrugsmasche bekannt. 25 Anzeigen liegen inzwischen vor.

Das rät die Polizei

  • Die Täter, die meistens im Ausland sitzen, kopieren einen Facebook-Account. Der neu erstellte Account unterscheidet sich nur marginal von dem echten Account. Als Bild wird das öffentlich sichtbare Profilbild des ursprünglichen Accounts genommen.
  • Über diesen "Fake"-Account werden jetzt Freunde des echten Profils über Facebook angesprochen. Man bittet um die Handynummer, weil man diese entweder verloren habe oder man per "WhatsApp" mit einem chatten möchte.
  • Nachdem die nichtsahnenden Opfer ihre Handynummer übermittelt haben, bekommen sie kurze Zeit später eine SMS. Diese SMS beinhaltet eine Codenummer eines regulären Bezahlsystems aus dem Internet und dient als TAN-Nummer, ähnlich wie beim Online-Banking.
  • Der Täter schreibt nun noch einmal das Opfer an und bittet um die Übermittlung des Codes. Geschieht dies, kann der Täter auf Kosten des Opfers etwas im Internet kaufen. Die besagte SMS enthält übrigens einen Warnhinweis des Betreibers, jedoch scheinen viele diesen zu überlesen.

Die Polizei warnt: "Geben Sie nicht sorglos ihre Handynummer heraus. Schauen Sie genau darauf, wer sie kontaktiert. Gehen Sie allgemein sorgsam mit ihren Daten im Internet um. Sollten Sie bereits Opfer eines solchen Betruges sein, erstatten Sie Anzeige bei einer Polizeiwache."

 
 

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