Dortmunder DEW baut Wasserkraftwerk an der Ruhr in Westhofen

An der Ruhr in Schwerte-Westhofen entsteht beim Wasserwerk Westhofen II ein Wasserkraftwerk von DEW und Gelsenwasser. Foto: Knut Vahlensieck
An der Ruhr in Schwerte-Westhofen entsteht beim Wasserwerk Westhofen II ein Wasserkraftwerk von DEW und Gelsenwasser. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.. Noch donnert das Ruhrwasser über eine fünf Meter hohe Staustufe am Wasserwerk Westhofen ungenutzt in die Tiefe. Mit der Naturkraft wollen die Wasserwerke Westfalen, eine Tochter von DEW und Gelsenwasser, ab Herbst sechs Millionen Kilowattstunden Energie umweltfreundlich erzeugen.

„Der Umbau läuft seit genau einem Jahr“, berichtet die Sprecherin der Wasserwerke. „Ein riesiger Umbau“, so Ulrike Hütter. „Alles wird angepackt.“ Seit 1922 besteht das schöne schiefergedeckt Wasserwerk 2 hinter der Ruhrbrücke in Westhofen. Längst hat der Denkmalschutz das historische Industriegebäude unter seine Fittiche genommen. Das hat auch Folgen für den Totalumbau.

„Hier ist noch nie Strom erzeugt worden“, berichtet Hütter. Dennoch war die Wasserkraft genutzt worden – und zwar, um das Trinkwasser auf die Ardeyhöhen unter anderem zum Höchsten und zum Sonnenstein in Herdecke zu pumpen, von denen auch der Dortmunder Westen mit dem kostbaren Nass versorgt wird.

„Inzwischen haben die Wasserwerke eine Überkapazität“, erläutert Hütter, warum das Wasserwerk 2 in Westhofen künftig nicht mehr benötigt wird. Wasserintensive Industriebranchen wie der Bergbau und die Stahlwerke gibt es in Dortmund nicht mehr, viele Brauereien sind verschwunden, die verbliebenen gewerblichen Abnehmer gehen genauso wie die Privathaushalte sparsamer mit dem Trinkwasser um.

Folge: „Der Wasserabsatz ist deutlich rückläufig“, so Hütter. „Deshalb braucht vom Werk 2 kein Wasser mehr gepumpt zu werden. Von vier alten Wasserpumpen sind drei bereits demontiert. Eine bleibt zur Anschauung auf Geheiß des Denkmalamtes stehen.“ Blickfang dort ist ein schönes, rotes Schwungrad. Optisch können die beiden neuen Kaplan-Turbinen da nicht mithalten. Sie befeuern die beiden unscheinbaren Generatoren, die aus der Drehung kostbaren Strom erzeugen.

„DEW21 begrüßt und unterstützt als Mutterunternehmen und Gesellschafter der Wasserwerke Westfalen diese umweltfreundliche Umbaumaßnahme“, erklärt Dr. Ralf Karpowski. 5,7 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen dieses Projekt kosten.

Welche Urgewalt der Fluss hat, war im Januar zu spüren. Die Spundwände, die zu Bauzwecken vor dem Wasserwerk in den Grund gerammt worden waren, drohten überflutet zu werden. „Es war so knapp, dass die Arbeiter selbst die Löcher am Oberrand verschließen mussten“, berichtet Hütter.

Bei Volllast erzeugt jede Turbine mit 17 000 Litern Wasser pro Sekunde (!) 630 Kilowatt. Genug, um 2000 Haushalte mit Energie zu versorgen.

Derzeit werden letzte Arbeiten an der Fischtreppe und dem Treibgutabweiser vorgenommen. Mitte Oktober wird das neue Wasserkraftwerk seinen ersten Probelauf absolvieren, ab November soll die Anlage ans Netz gehen. Karpowski: „Mit dem Umbau werden Stromerzeugung aus regenerativen Energien und umfangreicher Naturschutz, zum Beispiel durch den Einbau von Fischtreppen, optimal miteinander kombiniert.“

Erklärtes Ziel von DEW ist, regenerative Energien konsequent auszubauen. „Die Umbaumaßnahme unseres Tochterunternehmens in Westhofen 2 bringt uns unserer Vision einen weiteren Schritt näher, den Anteil eigen erzeugter regenerativer Energien bei DEW21 bis zum Jahr 2020 auf mindestens 25 Prozent zu erhöhen.“

 
 

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