Dortmunder Bürger wollten nicht mit der CDU sparen

Steffen Kanitz rief die Dortmunder Bürger zum Sparen auf - mit wenig Erfolg.
Steffen Kanitz rief die Dortmunder Bürger zum Sparen auf - mit wenig Erfolg.
Foto: Knut Vahlensieck
Die CDU wollte zusammen mit den Dortmunder Bürgern sparen. Mit einer Internetseite im Stil einer ähnlichen Aktion in Essen sollten Vorschläge für Einsparungen gesammelt werden. Allein: Die Dortmunder Bürger machten nicht mit. Insgesamt kamen nur zehn Antworten zusammen.

Dortmund. „Mitreden. Mitentscheiden. Mitsparen.“ Das war und ist das Motto eines Versuchs von CDU-Bundestagskandidat und Noch-CDU-Kreisvorsitzendem Steffen Kanitz. Und machen die Dortmunder mit? Mitnichten.

Die CDU in Form von Steffen Kanitz wollte die „Bürger an diesem Prozess beteiligen.“ Dortmunder sollten den Finger in die Wunden legen, aufzeigen, wo Geld verschwendet wird. Wo wirtschaftlicher gearbeitet werden könnte. Wo man die Sparaxt anlegen könnte. Zitat aus dem Internetaufruf: „Sie mögen sich schon gefragt haben: ‘Warum handelt hier die Stadt; andere könnten es doch besser und günstiger!’“ Kanitz’ populistisch angelegter Aufruf war deutlich: „Wirken Sie mit, gestalten Sie mit! – Sparen für Dortmund. Wir sind Ihr Sprachrohr!“

Schlappe zehn Antworten

Doch Volkes Stimme scheint nur zu flüstern, glaubt man der Internetseite. Bis gestern, vier Wochen nachdem auch gegen das rote Rathaus gerichteten Appell, kamen schlappe zehn Antworten zusammen.

Zum Vergleich: Eine ähnliche Aktion in Essen brachte in vier Wochen 3757 Vorschläge. Besonders pikant: Der CDU-Frontmann, der sich auf dem Sprung nach Berlin befindet, wollte auch unter seinen Farben noch kurz vor Weihnachten Stimmung machen: Per Mail gab’s extra einen Aufruf an die fast 2000 Parteimitglieder, sich auf der Internetseite einzubringen. „Sie können eigene Vorschläge einreichen und diskutieren. Bitte bewerben Sie diese Homepage bei Freunden und Bekannten. Es geht um Ihr Steuergeld!“ Unmut über die Pläne des Vorsitzenden in den eigenen Reihen? Breites Desinteresse in der Bürgerschaft?

Trotz Berlin ein begeisterter Lokalpolitiker

Kanitz, der in den letzten Tagen die Seite etwas aus den Augen verloren hätte, wie er sagt, begründet die magere Ausbeute so: „Vielleicht war der Zeitpunkt falsch.“ Kurz vor der letzten Ratssitzung zum Haushalt 2013 sei die Luft vielleicht schon wieder ‘rausgewesen aus dem Thema.

Trotzdem glaubt er nicht, dass er sich die Aktion hätte sparen sollen, im Gegenteil: „Wir müssen das noch mal befeuern“, sagt Kanitz, der das Instrument „Bürgerdemokratie“ für das richtige hält. In Zeiten, in denen sich Autofahrer über Schlaglochpisten beschwerten, müsse man im Haushalt nun mal Prioritäten setzen. Der Ursprungsplan sei gewesen, die Bürgerbefragung der Stadtverwaltung schon für ihre Haushaltsberatungen 2012 an die Hand zu geben. Das sei der Stadt zu teuer gewesen.

Und dass sich die eigenen Parteimitglieder nicht übermäßig an seiner Idee beteiligen? Liege daran, dass man sich auch an anderen Stellen austausche. Mit seinen Plänen für Berlin habe das nichts zu tun. „Das war von Anfang an so besprochen“, so Kanitz. Er sehe sich auch von Berlin aus als begeisterten Lokalpolitiker und Dortmund-Fan. Seine Wunschthemen im Bundestag: „Energiewirtschaft, Umwelt und Soziales.“

 
 

EURE FAVORITEN