Dortmunder Bündnis will Nazi-Demo mit Sitzblockade verhindern

Symbolische Sitzblockade mit Mitgliedern des Bündnisses „Dortmund nazifrei!" und einigen prominenten Unterstützern auf dem Friedensplatz. Foto: Michael Printz
Symbolische Sitzblockade mit Mitgliedern des Bündnisses „Dortmund nazifrei!" und einigen prominenten Unterstützern auf dem Friedensplatz. Foto: Michael Printz
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Dortmund. „Wir wollen mehr als ein symbolisches Bekenntnis, wir wollen den Nazi-Aufmarsch verhindern.“ Ein klares Ziel, das Alexander Wuttke von der Dortmunder SPD-Jugend (Jusos) am Mittwoch (3. August 2011) für das neue Bündnis „Dortmund nazifrei!“ formuliert hat.

Die Strategie mit der das bürgerliche Blockadebündnis der alljährlichen Neonazi-Demonstration am 3. September entgegentreten will, setzt auf breite Unterstützung: „Wir wollen den 18-jährigen Azubi wie die Großmutter ermuntern, gemeinsam und friedfertig in einer Sitzblockade ihren Samstag zu verbringen“, sagt Wuttke.

Im Klartext: Die Antifaschisten wollen versuchen, hinter die Polizeiabsperrungen zu kommen, indem sie schon frühzeitig Plätze an der Marschroute der Neonazis besetzen. Dann, so der Plan, bliebe der Polizei keine andere Wahl als den Naziaufmarsch abzusagen.

Um die Aktion zu koordinieren steht das Bündnis in Kontakt zu allen anderen demokratischen Kräften, die bereits 30 Gegendemonstrationen für den 3. September angemeldet haben. Die Vielzahl der Gegenveranstaltungen soll es der Polizei erleichtern, den Weg der Neonazis einzuschränken. Gleichzeitig bekomme auf diese Weise in den einzelnen Stadtteilen jeder die Möglichkeit, seine Stimme zu erheben, erklärt Andreas Roshol vom Dortmunder Erinnerungsportal. Zusätzlich berate man noch über eine gemeinsame Großdemonstration.

Zahlreiche prominente Unterstützer

„Es geht darum, nicht nebeneinander, sondern miteinander zu agieren“, betont Fatih Ece von der Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). „Historisch waren die Nazis immer dann stark, wenn ihre Gegner nicht an einem Strang gezogen haben.“

Der sprichwörtliche Strang ist jetzt schon gut besetzt: Vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der TU Dortmund über den DGB bis hin zu zahlreichen Jugendorganisationen und demokratischen Parteien reichen die Unterstützer von „Dortmund nazifrei! Bündnis demokratisches Dortmund“. Neben OB Ullrich Sierau zeigen sich auch viele Landes- und Bundespolitiker solidarisch.

Wer sich dem Protest anschließen möchte, kann sich über die Internetseite www.dortmundnazifrei.de an die Organisatoren wenden.