Dortmund wird Sitz der neuen Groß-Kasse

Die Zentrale der AOK Westfalen-Lippe in Dortmund.  Foto: Horst Müller
Die Zentrale der AOK Westfalen-Lippe in Dortmund. Foto: Horst Müller
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Dortmund.. Dortmund wird Sitz der achtgrößten gesetzlichen Krankenkasse Deutschlands. Am Mittwoch haben sich AOK Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein auf die Fusion geeinigt. Die neue AOK Nordwest wird 2,8 Mio. Versicherte haben.

Dortmund wird Sitz der achtgrößten gesetzlichen Krankenkasse Deutschlands. Das ist das aus Dortmunder Sicht erfreuliche Ergebnis der Fusionsgespräche zwischen der AOK Westfalen-Lippe und ihrer Schwesterkasse aus Schleswig-Holstein. Am Mittwoch ebneten die Verwaltungsräte beider Kassen den Weg für den Zusammenschluss, über den seit dem Frühjahr verhandelt wird.

Zusammen 2,8 Millionen Versicherte und 7600 Beschäftigte

Mit zusammen 2,8 Millionen Versicherten und insgesamt 7600 Beschäftigten rückt das dann vereinigte Gespann in der Rangliste der gesetzlichen Kassen auf den achten Platz vor. Die AOK Westfalen-Lippe lag bislang mit 2,1 Millionen Kunden auf Rang zehn. Auf den Dortmunder Arbeitsmarkt wird der Konzentrationsprozess zunächst nur geringe Auswirkungen haben. Umzugswellen aus Schleswig-Holstein stehen laut AOK-WL-Sprecher Karl-Josef Steden nicht zu erwarten. In Kiel wird die bisherige AOK-Zentrale in eine Landesdirektion umgewandelt.

Auch die Zahl der Geschäftsstellen beider Kassen - zusammen sind es 230 - soll sich nicht ändern. „Unsere Kunden werden von der Fusion nichts merken, höchsten erhalten sie eine neue Versichertenkarte“, so Steden. Eher werde der AOK-Kunde von der Fusion profitieren, weil die Wettbewerbsfähigkeit der neuen Kasse gestärkt werde und damit die Verhandlungsposition gegenüber der Ärzteschaft und den Krankenhäusern. Einen Zusatzbeitrag, wie ihn andere Kassen bei den Versicherten erheben, schließt die neue AOK aus - jedenfalls bis zum Ende des Jahres.

Beide Kassen sind schuldenfrei

Beide Kassen verfügen nach eigenen Angaben über eine solide Finanzausstattung. „Wir sind schuldenfrei“, beugt Kassensprecher Steden Ängsten vor, die neue AOK könne angesichts der drohenden Kostenlawine im Gesundheitswesen schnell unter Druck geraten.

Ohne Druck soll die Fusion auch für die Mitarbeiter vorangetrieben werden. Am 1. Oktober wird die neue Kasse offiziell ihre Arbeit aufnehmen. Dann bildet sich ein neuer Verwaltungsrat, der den künftigen Vorstand bestimmt. Fusionsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen, heißt es.

Neubau auf der Stadtkrone Ost

Keinen Einfluss hat die Fusion offenbar auf die noch von der westfälischen AOK beschlossenen Neubaupläne auf der Stadtkrone Ost. Wie berichtet, entsteht dort bis Mitte 2012 eine neue Versicherungszentrale, die nun wohl Sitz der AOK Nordwest wird. Mittelfristig aufgegeben wird aber die Regionaldirektion am Königswall. Die kundenfernen Aufgaben sollen in der neuen Zentrale gebündelt werden. Für den Rest sucht man eine neue - kleinere - Bürofläche in der Innenstadt.

Mit der Gründung der neuen Groß-AOK ist das Fusionsfieber aber nicht etwa abgeklungen. Denn ein weiterer Zusammenschluss steht - wie berichtet - schon länger im Raum. Die im letzten Jahr begonnenen Fusionsgespräche mit der AOK Rheinland (Sitz Düsseldorf) sind nämlich nicht etwa ab-, sondern nur ausgesetzt. Man wolle zunächst den Zusammenschluss mit den Kollegen aus dem hohen Norden abwarten...

 
 

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