Dortmund

Dortmund will mehr Fahrräder – doch von überraschender Seite hagelt es Kritik

Die Stadt Dortmund hat ambitionierte Pläne was den Radverkehr in der Stadt betrifft. Kritik an diesem Plänen kommt von einer Partei, von der man das nicht erwartet hätte. (Symbolbild)
Die Stadt Dortmund hat ambitionierte Pläne was den Radverkehr in der Stadt betrifft. Kritik an diesem Plänen kommt von einer Partei, von der man das nicht erwartet hätte. (Symbolbild)
Foto: imago images / Christian Spicker

Dortmund. Die Stadt Dortmund verkündete am Dienstag einen tollkühnen Plan. „Dortmund auf dem Weg zum Kopenhagen Westfalens“ verkündete eine Pressemitteilung der Stadt.

Das ambitionierte Vorhaben: Der Anteil des Radverkehrs soll bis 2030 auf 20 Prozent steigen – eine Verdopplung des aktuellen Wertes. Doch ausgerechnet von den Grünen kommt nun Kritik an den Plänen der Stadt Dortmund.

Dortmund: Stadt will zweites Kopenhagen werden

Erste Erfolge des Umstiegs auf das Rad sind in Dortmund bereits sichtbar geworden. So liegt der Anteil des Radverkehrs in der Stadt aktuell bei etwa zehn Prozent. Vergleichen mit 2013 eine Steigerung um mehr als 3,5 Prozent. Doch nach Willen der Stadt Dortmund ist hier noch lange nicht Schluss.

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Bis 2030 soll sich der Anteil nämlich noch einmal verdoppeln. Dem Radverkehr komme „neben dem ÖPNV eine zentrale Bedeutung bei der Gestaltung der Verkehrswende und der Reduktion verkehrsbedingter Luftschadstoffe zu“, heißt es von Seiten der Stadt.

Mehr Geld und mehr Personal

Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Rat bereits eine Aufstockung des Personals im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt sowie im Tiefbauamt beschlossen. Zudem sollen weitere Teile des Etats für den Straßenbau in die Verbesserung der Radinfrastruktur fließen.

Bis 2022 soll diese Summe jährlich auf etwa sechs Millionen Euro erhöht werden. Pro Einwohner eine Summe von rund zehn Euro. Zum Vergleich: In Kopenhagen lag dieser Wert bei rund 23 Euro.

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Die Dortmunder können sich dabei auf einige bauliche Veränderungen im Stadtbild einstellen. Wichtige Knotenpunkte sollen fahrradfreundlicher gestaltet werden, Abstellanlagen und Fahrradbügel aufgestellt werden. Auch eine eigene Fahrrad-Navi-App ist in Planung.

Prestigeprojekt am Wall

Ein Projekt wurde dabei bereits im September angestoßen. Für rund zwei Millionen Euro will die Stadt einen mehr als drei Meter breiten Radstreifen am Wall bauen.

Dafür sollen rund 180 Parkplätze an der entsprechenden Stelle weichen. Stadt und Einzelhandel sind überzeugt, dass man auf diese nicht angewiesen sei. Hier <<< gibt alles zu den Bauplänen am Wall.

Ob mit diesem Plan aus der Revierstadt tatsächlich ein zweites Kopenhagen werden kann, wird sich allerdings noch zeigen müssen. Denn in der dänischen Hauptstadt ist das Rad DAS Fortbewegungsmittel. Etwa 45 Prozent der Einwohner pendeln zur Schule, zu ihrer Arbeit oder zur Universität. Die 623.000 Einwohner legen jeden Tag mehr als 1,2 Millionen Kilometer zurück.

Kritik von den Grünen

Ausgerechnet von den Grünen, die sich deutschlandweit für mehr Radverkehr stark machen, kommt Kritik am Vergleich der Stadt Dortmund. So stehe man dem Ziel grundsätzlich positiv gegenüber, man habe jedoch „große Zweifel, ob das in absehbarer Zeit tatsächlich gelingen kann.“

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„Es ist gut, dass sich nach unseren jahrelangen Bemühungen endlich etwas bewegt. Doch auch mit dem inzwischen erreichten 10-Prozent-Anteil des Radverkehrs ist Dortmund noch weit entfernt von Städten wie Kopenhagen, Amsterdam oder auch Münster“, erklärt Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der Grünen in Dortmund.

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Sie kritisiert die schmalen Radwege in der Stadt, die zudem häufig zugeparkt seien. Die zwinge Radfahrern zu „halsbrecherischen Ausweichmanövern“. Noch immer stehe in der Stadtplanung der Autoverkehr an erster Stelle – und eben nicht der Radverkehr.

 
 

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