Dortmund wehrt sich mit Musik gegen Nazi-Demo

Andreas Winkelsträter
Foto: WR RALF ROTTMANN

Dortmund. „Wir wollen den Herrschaften nicht nur an diesem Tag deutlich signalisieren, dass sie hier absolut unerwünscht sind“. Und das soll laut Oberbürgermeister Ullrich Sierau u.a. mit dem Friedensfest am 4. September auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld geschehen, das unter dem Motto steht „Für Dortmund. Gegen Nazis“.

Das Friedensfest am Samstag in Dortmund-Dorstfeld steht am Samstag, 4. September, unter einem besonderen Stern. Man ließe sich „die Toleranz und Vielfalt, die eine der Stärken dieser Stadt darstellten, nicht durch fremdenfeindliche, rassistische und intolerante Beiträge kaputt machen“, meint Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Er werde alles dafür tun, die Situation zu deeskalieren und nicht weiter Öl ins Feuer gießen. Deshalb setze er sich für gewaltfreie Aktionen ein.

Generell habe sich das flächendeckende Konzept mit rund 40 Aktivitäten gegen die Nazis bewährt. Man habe den Wilhelmplatz in Dorstfeld, einen der Schwerpunkte der täglichen Nazi-Aktivitäten, bewusst als Ort für das Friedensfest gewählt, so Hartmut Anders-Hoepgen, Dortmunds Sonderbeauftragter für Vielfalt, Toleranz und Demokratie. „Wir wollen damit zeigen, dass sich nicht nur Dorstfeld sondern die ganze Stadt gegen die Nazis wehrt“. Das Fest (ab 18 Uhr), das OB Sierau um 19 Uhr offiziell eröffnen wird, soll nicht wortlastig sein, aber durchaus politischen Charakter haben. Hautpact des Abends wird Purple Schulz, eine der Ikonen der Neuen Deutschen Welle sein. Hit wie „Verliebte Jungs“ oder „Kleine Seen“ stammen von ihm.

Neben ihm werden Dorstfelder Vereine für die Unterhaltung der erwarteten 3000 bis 5000 Gäste sorgen. Musikalisch wird es einen Crossover geben, ein Programm für Jung und Alt. Denn außer Purple Schulz werden die „German Tenors“ mit dem Dortmunder Johannes Groß sowie die Newcomer-Band „Stranded“ bis gegegen 23 Uhr auf dem Wilhelmplatz auftreten.

Sorge um Steinwache

Man habe viel über das Thema Sicherheit nachgedacht. In enger Absprache mit der Polizei sei das Sicherheitskonzept erarbeitet worden. „Und wir werden unsere Hausordnung konsequent durchsetzen“, betont Hans-Werner Rixe von der Dortmund Agentur.

Wie Dr. Stefan Mühlhofer, Leiter der Steinwache, betonte, „wird die Steinwache am Samstag ganz normal geöffnet sein“, wie jeden Samstag auch am 4. September zwischen 10 und 17 Uhr. „Die Steinwache ist für Dortmund ein ganz besonderer Ort“, betonte OB Ullrich Sierau. Man werde dafür sorgen, dass die Mahn- und Gedenkstätte in keinsterweise durch den Naziaufmarsch tangiert wird. Er selbst werde auch vor Ort sein.

Dagegen zeigt sich die „Aktion 65 plus“ sehr besorgt wegen des Naziaufmarsches. Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten, des Internationalen Rombergparkkomitees „und viele junge Antifaschisten, Kinder und Enkel von einst in der Steinwache inhaftieren und gequälten Naziopfern, und die Aktion 65 plus werden um das Gebäude herum eine stabile Mahnwache postieren, um den Zugang zur Steinwache und zur Auslandsgesellschaft am 4. September zu sichern und Nazis abzuweisen wie auch polizeistaatliche Maßnahmen abzuwehren“, heißt es in einer Stellungnahme.

Der Förderverein Steinwache habe die Schaffung einer Bannmeile für die Steinwache verlangt.