Dortmund verliert mit Air-Berlin-Weggang auf einen Schlag 200.000 Fluggäste

Michael Kohlstadt
Start einer Air-Berlin am Dortmunder Flughafen. Foto: Franz Luthe
Start einer Air-Berlin am Dortmunder Flughafen. Foto: Franz Luthe
Foto: WR
Der Weggang von Air Berlin trifft den Flughafen ins Mark. Als Reaktion auf den WAZ-Bericht von Mitttwoch musste das Airport-Management eine Meldung nachschieben, die Bitteres für den hochdefizitären Landeplatz beinhaltet.

Dortmund. Voraussichtlich ab dem Winterflugplan 2012/13 löst Air Berlin nicht nur die eigene Servicestation mit rund 40 Mitarbeitern am Standort Wickede auf, sondern kappt sämtliche Verbindungen zu allen Reisezielen, die die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft von Dortmund aus anfliegt. Neben Nürnberg, Las Palmas und Fuerteventura verliert Dortmund damit auch den wichtigen Anschluss an das Air-Berlin-Drehkreuz Palma de Mallorca. In Richtung der beliebten Balearen-Insel heben in Wickede künftig nur noch Easyjet, Germanwings und Germania ab.

Rund 200.000 Fluggäste hat Air Berlin in diesem Jahr von Wickede aus befördert. In etwa so hoch lassen sich die Verluste beziffern, die der Flughafen ab kommenden Herbst zu verkraften haben wird. Verglichen mit den aktuellen Zahlen fürs Jahr 2011 wären damit auf einen Schlag elf Prozent aller Passagiere futsch. Statt 1,8 Millionen Reisenden stürzte Wickede auf nur noch 1,6 Mio ab. Die seit dem Aderlass durch den Easyjet-Teilrückzug erreichten, zarten Zugewinne wären wieder kassiert.

Wie sich dieser Verlust in der Bilanz niederschlagen wird, darüber will die Flughafenleitung derzeit nicht spekulieren. Auf Airport-Chef Markus Bunk dürfte jedoch in der Aufsichtsratssitzung am Freitag eine spannende Diskussion warten.

Für die Grünen ist das Signal dieser „Hiobsbotschaft“ schonmal klar: Der Abzug von Air Berlin mache einmal mehr deutlich, wie gering der Einfluss der Geschäftsführung auf die Standortentscheidung von Fluggesellschaften sei. Offensichtlich, so Fraktionssprecher Mario Krüger, ließen sich die Airlines auch nicht durch politische Entscheidungen zugunsten längerer Betriebszeiten beeindrucken. Krüger: „Das jährliche Minus von 20 Mio Euro wird größer und nicht kleiner werden.“

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