Dortmund und Duisburg wollen gemeinsam Rumänen und Bulgaren integrieren

Sozialdezernentin Birgit Zoerner feilt an einem Konzept für die Nordstadt. Foto: Knut Vahlensieck
Sozialdezernentin Birgit Zoerner feilt an einem Konzept für die Nordstadt. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. In dem Versuch rumänische und bulgarische Zuzügler zu integrieren, sucht Dortmund den Schulterschluss mit der Stadt Duisburg. „Ziel ist es, die Kommunen miteinander zu vernetzen“, informiert Sozialdezernentin Birgit Zoerner. Bei der Bezirksregierung in Arnsberg liegen derzeit Pläne der Zusammenarbeit vor, die mit Landesmitteln gefördert werden sollen.

Duisburg ist in einer ähnlichen Lage wie Dortmund: „Bei uns leben etwa 4000 Zuzügler aus Bulgarien und Rumänien“, schätzt Karl Janssen, Beigeordneter für Familie, Bildung und Kultur der Stadt Duisburg. Die Probleme ähneln den Dortmundern: Menschen, die zusammengepfercht in heruntergekommenen Häusern wohnen oder Kinder, die nicht zur Schule gehen. Janssen ist der Überzeugung: „Wir müssen helfen, versorgen und integrieren.“

Doch dafür müssen Konzepte her. In beiden Städten wird zurzeit daran gearbeitet. „Dabei können wir von den Erfahrungen der anderen profitieren“, sagt Zoerner. Noch sei das relativ abstrakt, in Dortmund werden derzeit verschiedene Daten über die Zuzügler gesammelt, die in der Sicherheitskonferenz zusammengetragen werden.

Zwei Stadteile im Fokus

Auch in Duisburg haben sich Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Problemfeldern gebildet. Hier sind zwei Stadtteile im Fokus: Marxloh und Hochfeld. „Das sind Stadtteile, die ohnehin verschiedene Probleme haben“, so Janssen, „und die zu kippen drohen.“

Der Beigeordnete stößt mit seinem Ansatz allerdings nicht nur auf Zustimmung. „Ich habe schon Drohbriefe bekommen“, sagt er. Die rechte Szene sei auf dem Baum, unter anderem weil er vorgeschlagen hatte, den Transport für Schulkinder bereitzustellen, denn in den Stadtteilen gebe es nicht genügend Plätze.

„Das ist ein gesamtgesellschaftliches und kein rein kommunales Problem“, betont Janssen – das müsse auch die Zusammenarbeit der Städte signalisieren. „Wir müssen gemeinsam um Geld von Land und Bund kämpfen.“

Auf Finanzierung wartet Dortmund derzeit auch bezüglich der Nordstadt-Projekte zur Aktivierung von Immobilien-Eigentümern, zur Integration von osteuropäischen Kindern sowie zur Arbeit mit Süchtigen am Nordmarkt. Der Rat hatte die Pläne befürwortet.

 
 

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