Dortmund

Schockierende Bilder aus Dortmunds „Nazi-Kiez“: Türkischer Comedian vor laufender Kamera von Rechtsextremisten attackiert

Der türkische Comedian Özcan Cosar wurde in Dortmund von Rechtsextremen angegriffen.
Der türkische Comedian Özcan Cosar wurde in Dortmund von Rechtsextremen angegriffen.
Foto: FUNKE Foto Services, Montage: DER WESTEN

Dortmund. Vor einem Auftritt von Özcan Cosar im FZW Dortmund sprach der Radiosender Einslive mit dem türkischen Comedian über sein Leben als Türke in Deutschland und seine Erfahrungen mit Rassismus.

Als Ort für das Interview wählten Reporter Hubertus Koch und Özcan Cosar im November 2018 den „Nazi-Kiez“, die Emscherstraße in Dortmund-Dorstfeld. Keine gute Idee.

Dortmund: Interview in „Nazi-Kiez“ von Rechtsextremisten unterbrochen

Das Kamerateam von Einslive spürte bereits während des Aufbaus, dass sich um sie herum etwas zusammenbraute. Verdächtige Personen beobachteten sie, telefonierten in Hauseingängen, auf die überall „Nazi“ und „Nazi-Kiez“ gesprüht worden ist. Reporter Koch erkannte den berüchtigten Nazi „SS Siggi“ Siegfried Borchardt am Fenster. Plötzlich explodierten Böller in der Nähe.

Angriff in Dortmunds „Nazi-Kiez“

Dem bedrohlichen Szenario wollten sich die beiden Protagonisten nun doch nicht mehr aussetzen und brachen ab. Doch noch bevor sich Cosar und Koch wieder ins Auto setzen konnten, eskalierte die Situation.

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Vor laufender Kamera wurden die Beteiligten der Dreharbeiten von Rechtsextremen attackiert und weggejagt. „Verpisst euch jetzt, man! Steigt in das scheiß Auto ein!“, brüllt einer der Angreifer. „Yalla, yalla, verpisst euch“, ein anderer.

Im Clip wird berichtet, dass beim Angriff in Dortmunds „Nazi-Kiez“ zudem geschubst wurde, sogar Kopfnüsse verteilt wurden. Die von Einslive gerufene Polizei bereinigte die Situation schließlich, niemand kam zu Schaden.

+++ Polizei nimmt Rechtsextremisten in Dortmund fest, weil er ein „Klima der Angst" verbreite +++

Polizei Dortmund: „NoGo-Areas gibt es nicht, auch nicht in Dortmund“

Gegenüber DER WESTEN bestätigt die Polizei Dortmund den Vorfall. Sprecher Sven Schönberg hält aber auch fest: „Mit solchen Videos wird der Polizei und auch den vielen Menschen in Dorstfeld, die sich aktiv gegen Rechtsextremismus wehren, ein Bärendienst erwiesen. Der ganze Stadtteil wird durch den Bericht aus einem kleinen Straßenzug in ein schlechtes Licht gerückt.“

„Das Problem darf nicht kleingeredet werden“, weiß Schönberg. „Klar ist aber: No-Go-Areas gibt es nicht, auch nicht in Dortmund. Die Polizei ist in dieser Siedlung immer präsent. Das zeigt auch dieses Video, denn die Kollegen waren innerhalb von Sekunden vor Ort.“

 
 

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