Dortmund träumt vom neuen Rathaus

Gregor Beushausen
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Dortmund.  Schon Ex-OB Gerhard Langemeyer hatte immer mal wieder vom Bau eines „Technischen Rathauses“ geträumt, das bestimmte, über die Innenstadt verteilte Ämter an einem Standort bündelt.

Bekommt Dortmund ein neues Rathaus? Schon Ex-OB Langemeyer träumte von einem sogenannten „Technischen Rathaus“, das alle Ämter bündeln sollte. Sein Nachfolger, OB Ullrich Sierau, greift den Gedanken erneut auf - und hat den Liegenschaftlern den Auftrag gegeben, zu rechnen und ein großes Umzugskarussell zu zeichen.

Grundgedanke: Ein „Technisches Rathauses“, wie in vielen anderen Städten längst üblich, könnte langfristig zur Kostenersparnis führen. Bestimmte Fachbereiche wie Tief- und Stadtbahnbauer, aber auch Planer und Bauordnungsamt, so die Überlegung, könnten ihre von Privaten gemieteten Büros in der Innenstadt verlassen und im „Technischen Rathaus“ gebündelt werden.

In grauer Vorzeit war mal der städtebaulich triste Platz Rostow am Don am S-Bahn-Eingang Stadthaus ins Gespräch gekommen - inzwischen wandert der Blick von Sierau über die Märkische Straße zum Jugendamt. Das in die Jahre gekommene Gebäude besticht in erster Linie durch seinen hohen Energieverbrauch und könnte, so die Überlegung, mit Grundstück an einen Investor vermarktet werden, der einen neuen, zen-tralen Komplex mit „technischen“ Ämtern hochzieht.

Umzugskarussell

Das wiederum würde ein beachtliches Umzugskarussell in Gang setzen, dessen Vor- und Nachteile durchgerechnet werden müssen - was die Liegenschaftler nun auch tun. Februar/März soll ein erstes Papier vorliegen.

Unabhängig davon will Kämmerer Jörg Stüdemann seiner Ankündigung bei den Haushaltsberatungen Taten folgen lassen und zumindest einige der städtischen Immobilien innerhalb der Innenstadt peu a peu auslagern. Noch vor Jahren war die Verwaltung in der Innenstadt auf 25 Standorte verteilt, inzwischen sind es rund 12. Immer noch zu viel. Das frühere Museumsgebäude am Ostwall, an dem zwischenzeitlich die Jüdische Kultusgemeinde Interesse signalisierte, soll im 2. Quartal auf den Markt gebracht werden.

Wobei noch offen ist, ob das Gebäude abgerissen oder umgebaut (bzw. erweitert) werden soll. Klar ist für die Stadtspitzen, dass der Standort nach städtebaulicher Qualität schreit - hochwertiger Wohnraum wäre denkbar. Auch das Sozialamt an der Luisenstraße soll 2011 auf die Verkaufsliste kommen. Da stand das Gebäude bereits vor Jahren. Es gab auch Interessenten - die Stadt aber entschied sich anders. Ähnlich die Lage beim Gesundheitsamt: Auch dafür standen Interessenten auf der Matte, die sich später zurückzogen. Versuche, den denkmalgeschützten Bau ECE anzudienen, scheiterten bislang. Nun will die Stadt das Gebäude selber sanieren. Kosten: um die 20 Millionen Euro.