Dortmund

Dortmund: Thor-Steinar-Laden muss dicht machen – dieser Fehler wurde dem Geschäft zum Verhängnis

Nach nur zwei Monaten ist der Thor-Steinar-Laden „Tønsberg" in Dortmund schon wieder zu.
Nach nur zwei Monaten ist der Thor-Steinar-Laden „Tønsberg" in Dortmund schon wieder zu.
Foto: Ralf Rottmann/ Funke Foto Services

Dortmund. Nach nur zwei Monaten ist schon wieder Schluss: Der Thor-Steinar-Laden in Dortmund ist am Dienstag geschlossen worden. Wie die Stadt Dortmund verkündete, seien Mängel beim Brandschutz ausschlaggebend für die sofortige Schließung gewesen.

Bereits am 9. Oktober war der Mieter informiert worden, dass keine Baugenehmigung für das Klamotten-Geschäft, das bei Rechtsextremen besonders beliebt ist, vorliegt. Denn offensichtlich hatte der Betreiber einen schwerwiegenden Fehler gemacht.

Dortmund: Thor-Steinar-Laden bleibt trotz Verstößen offen

In dem Geschäft war zuvor eine Schreinerei. Die Räume als Ladenlokal zu nutzen, sei also rechtswidrig. Daher sprach die Stadt eine Nutzungsunterlassung aus, der Laden blieb aber weiterhin geöffnet. Zusätzlich drohte die Stadt mit 5000 Euro Zwangsgeld. Darauf hätte der Mieter bis zum 11. November reagieren müssen.

Am Dienstagvormittag konnten Stadt-Mitarbeiter den Laden am Brüderweg 15 nicht besichtigen, weshalb sie nachmittags gemeinsam mit der Polizei aufkreuzten.

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Geschäft noch am Dienstag dicht gemacht

Neben der Öffnung in einer Grenzwand zum Vorgebäude, die unzulässig sind, stellten sie auch einen Mangel an den Rettungswegen fest. Im Notfall kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass Flammen auf andere Gebäude übergreifen oder Rettungskräfte ausreichend das Gebäude erreichen.

Daher ist der umstrittene Thor-Steinar-Laden noch am Dienstag geschlossen und versiegelt worden. Ein Stadtsprecher betonte gegenüber der Westfalen Post, dass nicht nur Mängel beim Brandschutz ausschlaggebend gewesen wären. Generell wolle man solch ein Geschäft nicht in der Stadt haben: „Wir wollen keinen Antisemitismus und wollen auch nicht, dass er hier verbreitet wird.“

Demonstranten wehrten sich gegen Thor-Steinar-Laden

Vor Eröffnung des Ladens war der Protest in Dortmund groß. Viele Demonstranten wehrten sich gegen das Geschäft in der Stadt.

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Kein Thor-Steinar-Laden mehr in Westdeutschland

Somit war das Thor-Steinar-Ladenlokal „Tønsberg" für wenige Monate der einzige in ganz Westdeutschland. Im März hatte bereits „Oseberg“ in der Essener Innenstadt zu gemacht (>> hier mehr dazu). Vor beiden Geschäften hatte es immer wieder Proteste gegeben.

Immer wieder wird „Thor Steinar“ vorgeworfen, eine „Designermarke von und für Rechte“ zu sein. In mehreren Fußballstadien und im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns ist das Tragen der Kleidung untersagt. (mb)

 
 

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